Full text: Volume (Bd. 30 = N.F Bd. 18 (1891))

Streifzüge im Entwürfe eines bürg. Gesetzbuchs f. d. D. R. 160
tragend haben die Redaktoren die nachfolgenden beiden §§ in
den Entwurf ausgenommen:
§ 1812.
Die Nacherbfolge kann nnr einmal eintreten; die Ein-
setzung eines weiteren Nacherben wird mit dem Ein-
tritte der ersten Nacherbfolge unwirksam.
§ 1813.
Die Einsetzung eines Nacherben, welche nicht für den
Fall des Todes des Vorerben erfolgt ist, wird unwirk-
sam, wenn der Vorerbe gestorben und ein Zeitraum
von 30 Jahren seit dem Erbfalle verstrichen ist, bevor
der Fall der Nacherbsolge eingetreten ist.
Was nun zunächst die Bestimmung des ersteren Para-
graphen betrifft, so macht sie im ersten Augenblicke allerdings
den Eindruck der Einfachheit und Praktikabilität; hält man
sie jedoch mit § 1758 (Abs. 2) Entw.:
Eine zur Zeit des Erbfalles noch nicht empfangene
Person kann als Nacherbe eingesetzt, sowie mit einem
Vermächtnisse bedacht, nicht auch als Erbe eingesetzt
werden. Ist eine solche Person als Erbe eingesetzt,
so ist im Zweifel anzunehmen, daß der Erblasser die
Einsetzung derselben als Nacherbe gewollt habe —
zusammen, so überzeugt man sich bald, daß § 1812 nicht am
richtigen Punkte einsetzt, und daß die durch ihn verfügte Ein-
schränkung der fideikommissarischen Substitution von sehr pro-
blematischem Werthe ist.
Hat ein Erblasser z. B. verfügt: „Meine Erbschaft soll
zunächst an meinen Bruder A fallen, nach dessen Tode auf
den ältesten Sohn desselben B übergeben und nach diesem
endlich (da ich von ihm voraussetze, daß er heirathen und

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer