Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

Rechte an eigener Sache.

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Ist das Eine denkbar, so kann das Andere nicht undenkbar sein.
Freilich wird die Form des Unterworfenseins, die ganze Weise,
wie etwas Rechtsobjekt ist, sehr verschieden aussallen müssen je
nach dem Zweck der Unterwerfung und der Art des Unterwor-
fenen. Deshalb hat auch die Frage, was äußerlich Gegen-
stand eines Rechtes sei, nicht entfernt den Werth, welchen man
ihr gewöhnlich beilegt gegenüber der anderen Frage, in welchem
inneren Sinne und mit welcher Wirkung irgend ein Moment,
welches näher oder ferner dem Rechte objektiv gegenüber tritt,
von ihm ergriffen wird.
Ist also die Möglichkeit durchaus anzuerkennen, daß ein
Recht wieder ein anderes Recht als solches zum Gegenstände
habe: so kann nicht weiter daran gezweifelt werden, daß bei
der Verpfändung einer Superfizies oder Emphyteusis auch diese
selbst wirklich Gegenstand des entstehenden Pfandrechtes sind.
Aber folgt denn daraus in der That, daß unmöglich zugleich die
andere Behauptung richtig sein könne (so Bremer a. a. O.
S. 40), welche das praedium superficiarium vel vectigale
als Objekt des Pfandrechts anerkennt? Es ist der alte Fehler,
die Frage nach dem Gegenstand der Rechte so uniform und ab-
solut zu stellen, anstatt umsichtiger Weise die Sache relativ auf-
zufassen und zu erwägen, in welch' verschiedener Art und Be-
ziehung ganz verschiedene Dinge einem Recht gegenüber als
Objekt in Betracht kommen können.
Und nun wäre überhaupt erst noch zu ermitteln, in welcher
anderen Form denn irgend ein Pfandrecht an der Superfizies
sich denken ließe, als in der Form, daß — innerhalb der dem
Rechte des Verpfänders von vornherein bestimmungsgemäß ge-
setzten Grenzen und Schranken — das praedium superficia-
rium selbst dem Gläubiger zur Sicherung seines Forderungs-
rechts dinglich unterworfen wird? Nur wenn man, wie wir
es müssen, offen anerkennt, daß durch das verpfändete Mutter-

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