Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

Rechte an eigener Sache.

77

kannt wurde. Nur dritten, vollkommen unberechtigten Vorent-
haltern gegenüber mochte hier der quiritarische Eigenthümer,
und zugleich Prätorische Nießbraucher, auch mit der civilen rei
vindicatio durchdringen können, unter gänzlicher Ignorirung
aller nur auf Prätorischem Edikt beruhenden Rechtsverhältnisse
an der Sache.
War dem quiritarischen Eigenthümer ein Pfandrecht an der
Sache bestellt: so ergab stch ihm hierdurch die Möglichkeit, zu-
gleich mittelst mancipatio oder in jure cessio sein eigenes nu-
dum jus Quiritium, sowie kraft psandrechtlichen Verkaufs und
Tradition das fremde bonitarische Eigenthum zu übertragen.
Und wenigstens beim Ankauf von servi, behufs der Freilassung,
konnte es ja dem Erwerber sehr wichtig erscheinen, sofort das
xlenurn dominium derselben zu haben, um ihnen gleich die
volle Civität verleihen zu können.

Ein anderer Fall von Duplizität des Eigenthums kommt
auch nach unserem modernen Recht bei Grundstücken kraft der
Grundbuchsordnungen wieder heraus. Freilich lag speziell ge-
rade bei dem Preußischen Gesetz von 1872 als ein leitender Ge-
danke die Absicht zu Grunde, die landrechtliche Duplizität des
Eigentbums gänzlich zu beseitigen. Und gemäß dieser in den
veröffentlichten Motiven (S. 168) ausdrücklich erklärten Absicht
ist auch Stobbe der Ansicht, daß der Erfolg wirklich erreicht
sei. Dies in der Weise, daß auch derjenige, welcher in Folge
eines Deliktes oder Versehens des Grundbuchrichters eingetra-
gen wurde, hiermit in jeder Beziehung Eigenthümer ge-
worden sein soll und nur mit einer persönlichen Klage aus einem
Quasidelikt aus Rückübertragung des Eigenthums oder auf Ent-
schädigung haftet Q. Nur aus „Zweckmäßigkeitsgründen" soll
1) Stobbe, deutsches Privatrecht II, 1 (1875) §95, S. I8i und
in IHering 's Jahrb. XII, 1873, S. 263—65. In der Beziehung wird

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer