Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

Rechte an eigener Sache.

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in eingehender und geistvoller kasuistischer Erörterung behan-
delt *), hat zur ununtersuchten Grundlage die Auffassung: daß
man an eigener Sache „kein besonderes, schon aus dem Eigen-
thum herfließendes und, wo es in einem anderen Subjekte exi-
stirt, das Eigenthum beschränkendes Recht" haben kann. Wo
also „wenigstens scheinbar" das Pfandrecht mit dem Eigenthum
zusammen besteht, da soll sich, „weil zuletzt doch Beides grund-
sätzlich nicht zusammen bestehen kann" (a. a. O. S. 238), nur
die folgende Alternative eröffnen.
Entweder besteht hier, unter dem Schein oder der Fiktion
der Hypothek, in Wahrheit nur die Freiheit und unbeschränkte
Verfügungsgewalt des Eigenthums als solche. Oder aber es ist
der wahre Sachverhalt der, daß der Eigenthümer in dem Pfand-
gläubiger untergeht und das Eigenthum in dieser unnatürlichen
Verbindung mit dem Pfandrechte zum wesenlosen Scheine, zur
bloßen Form eines anderen Rechts, eben des Pfandrechtes wird
(S. 249). Als auf dem Standpunkte der erstern Alternative
befindlich wird nach S. 242 a. a. O. das Preußische Recht an-
gesehen, welches als Gegenstand der Hypothek nicht das Sach-
individuum, sondern nur den Werth ansehe und „lediglich um
der formellen Einrichtung des Hypothekenwesens willen", zur
Aufrechterhaltung der prioritätischen Rechte des Eigenthümers,
die Fiktion der Hypothek wähle. Auf dem Standpunkt der
zweiten Alternative soll sich dagegen das Römische Recht befin-
den, nach welchem das Pfandrecht auf die Sache als Indivi-
duum geht, so daß mit der a. hypothecaria deren Besitz vom
Berechtigten verfolgt werden kann.
In ähnlicher Weise verwirft auch Puchta (Pand. § 202,
Anm. 1) für das Römische Recht den „monströsen Begriff eines
Pfandrechts an der eigenen Sache" und lehrt, daß in Fällen,
i) A. F. v. d. Hagen, die Hypothek des Eigenthümers, 1836, 286 S.

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