Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

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Dr. Rudolf Leonhard,

leben bei längerem Andauern gefährlich, sie also ist es, welche
bei Nichtausübung durch Zeitablauf untergehen soll.
Nun ist es klar, daß bei bedingten oder betagten For-
derungen diese Befugniß nicht eher vorliegt, als die veniente.
Sie gerade fehlt die tantum cedente. Allerdings wird hier
auch schon vorher die actio als Recht existent, d. h. ein fester
Vermögensbestandtheil, welcher (mit Ausnahme der unter einem
dies incertus quando gewährten Rechte aus letztwilligen Ver-
fügungen) auf die Erben übergeht und welcher zum Gegenstände
eines Verkaufes gemacht werden kann, wobei der Regel nach das
Interusurium behufs Bestimmung des Kaufpreises in Betracht
gezogen werden wird *). Dennoch aber ist es, wie ausdrücklich
erklärt wird, plus quam manifestum, daß eine solche Forde-
rung im Sinne der Verjährungsgesetze weder competere coepit
noch nata est:
arg. c. 7 §.4 de praescr. XXX vel XL annorum 7,
39 (Justinus). Illud autem plus quam manifestum est,
quod in omnibus contractibus, in quibus sub aliqua
conditione vel sub die certa vel incerta stipulationes
et promissiones vel pacta ponuntur, post conditionis
exitum vel post institutae diei certae vel incertae la-
psum, praescriptio triginta vel quadraginta annorum,
quae personalibus vel hypothecariis actionibus oppo-
nuntur, initium accipiunt.
Es fehlt der Forderung freilich dann nur noch eine Eigen-
schaft , die Klagbarkeit, die Möglichkeit, den Schuldner zu be-
würbe es ebenso absurd sein, die dreißigjährige Verjährung hier anzuwen-
den (a. M. Thon a. a. O. S. 54). Anders verhält es sich mit der im
gleichen Falle gewährten actio praescriptis verbis (1. 2 §. 2. dig. de pre-
cario 43, 26), bei dieser muß nach den im Texte angegebenen Grundsätzen
die Verjährung sogleich beginnen.
i) Vgl. die Ueberschrift des Digestentitels 18, 4: de bereditate vel
actione vendita.

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