Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

Ein Beitrag zur Lehre vom Beginn der Verjährung. 4-45

Allein hiergegen hat mit Recht Zrodlowsky^) geltend
gemacht, daß der dritte Sah, die operae seien anders zu behan-
deln, als die ceterae res, sich nicht auf den zweiten, also nicht
darauf bezieht, daß der Zusatz „quum poposcerit“ eine wahre
Bedingung enthalte, sondern vielmehr aus den ersten Satz, wel-
cher aussagt, daß bei den operae libertorum die Forderung erst
dann fällig wird, quum patronus poposcerit. Andere For-
derungen werden also schon vorher fällig, d. h. die Bedingung
der Einforderung hemmt ihre Entstehung nicht. Hiernach wird
also hinsichtlich dieser anderen Forderungen die lex 48 dig.
cit. 45, 1 durch die soeben ausgelegte lex 22 pr. de operis
libert. 38, 1 sogar bestätigt. Daß beide Auslegungen denkbar
sind, zeigt sich auf den ersten Blick, daß aber die letzterwähnte,
auch von Unger^) angenommene, die einzig richtige ist, ergiebt
sich nur aus einer näheren Betrachtung des Grundes, welchen
die Stelle für die Sonderbehandlung der operae libertorum an-
giebt. Es ist dieses nicht, wie dies Unge r55) annimmt, eine Sin-
gularität des Libertinenrechtes, daß der dies cedens bei geschul-
deten operae nach ausdrücklichen Quellenzeugnissen erst dann ein-
tritt, wenn die operae indictae sind *). Es wird dies in un-
serer Pandektenstelle dahin gefaßt: quum operarum editio nihil
aliud sit, quam officii praestatio. Was bedeuten nun diese
letzteren hier offenbar als technisch gebrauchten Worte? Die Be-
deutung des Wortes praestatio ist bekanntlich der Gegenstand
einer der berühmtesten Kontroversen, von welcher hier nur ein
Punkt interessirt, in welchem Alle einig sind, nämlich, daß mit
1) Archiv f. civ. Pr. Bd. 52 S. 364 Anm. 7. Die Verjährung nach
öst. R. S. 64 Anm. 34.
2) System des österr. P. R. Bd. n § 116 Anm. 13 4. Aust. S. 383.
3) a. a. O. S. 383.
4) 1. 3 pr. 13 §. 2, 24 de operis libert. 38, 1. 1. 73 pr. dig. de verb.
°bi. 45 > 1' lieber den allgemeinen Grund dieser Quellenentscheidungen
laßt sich Unger a. a. O. nicht weiter aus.

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