Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

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Dr. A. Ubbelohde,

Wenden wir uns nunmehr den im obigen Abdrucke her-
vorgehobenen Schlußworten der I. 19 §. 2 zu.
An die Bemerkung, die H. P. erstrecke sich auch auf solche
Sachen, deren wegen der Erblasser nur ein Retentionsrecht,
nicht aber einen Klaganspruch habe, knüpft Paulus die Aeu-
ßerung:
Immo et si possessor sua culpa eas amiserit, tenebi-
tur hoc nomine.
Schon die Glosse *) will dies aus einen bonae fidei
possessor beziehen, weil im Folgenden noch besonders vom
praedo die Rede sei. Ihr stimmen hierin u. A. bei Cuja-
cius^), Antonius Faber^), Franckeq. Weil jedoch
der bonae fidei possessor erst post controversiam motam
für culpa haftet, so muß hier vorausgesetzt werden, daß Pau-
lus nur von der Zeit nach dem Streitbeginn rede-^).
Die folgenden Worte:
idemque erit et in praedone —
werden dann allgemein von dem mit der hereditatis petitio
belangten malae fidei possessor verstanden. Hier mußte nun
das Weitere:
licet hic propter culpam non teneatur —
Schwierigkeit bereiten. Die Glosse <0 sucht diese zu beseitigen
mit der Erklärung: non ideo, quia culpam commisit, tenea-
tur, sed quia praedo est. vel subaudi: tantum, et sic

1) ad. v. immo et si) possessor bonae fidei, ut ex eo, quod sequitur,
patet: quia specialiter de praedone dicit.
2) Comm. in lib. XX. Pauli ad Edictum ad h. 1.
3) Rationalia in secundam partem Pandectarum ad li. 1.
4) A. a. O. S. 207.
5) So richtig die G l o s s e a. a. O. und Francke. Cujacius geht
hierauf nicht ein. Faber behauptet nach dieser Stelle sogar, der b. f.
possessor hafte ante controversiam motam wenigstens für magna culpa.
6) Ad v. praedone.

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