Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

422 vi. Zos. Köhler, Annahme und Annahmeverzug.
fassen und zu entwickeln ist aber Sache der Rechtswissenschaft,
die Gesetzgebung hat zu disponiren, nicht zu deduziren. Das
Gesetzbuch ist kein populäres Lehrbuch oder Rechtsbuch für Bauer
und Landmann, sondern es ist eine Aktion des Staats, welche
da, aber auch nur da einzugreisen hat, wo die Wissenschaft nur
die Postulate zu geben vermag, deren Lösung auf die eine oder
auf die andere Weise versucht werden kann, nicht auf eine und
dieselbe Weise nothwendig bestimmungsgemäß versucht werden
muß. Gerade in der Lehre vom Annahmeverzug hat sich das
Uebergreifen der Gesetzgebung schon schwer gerächt, von den
Sonderlichkeiten des Preuß. LR. ab bis zu der verfehlten Be-
stimmung des a. 346 HGB. oder des §. 749 Sächs.. GB. Die
Proteusnatur des Instituts, welches im Leben immer neue und
abermals neue Formen annimmt, spottet jeder gesetzlichen Be-
rechnung, und das Beste, was in dieser Beziehung gesagt wer-
den kann, ist der Ausspruch eines großen Kaisers: an morn
facta intellegatur, neque constitutione ulla neque juris au-
ctorum quaestione decidi posse, cum sit magis facti quam
juris, fr. 32 pr. de usur.

Nachtrag
Zu S. 369 a. E. Vgl. jetzt auch Ob.Gerichtsh. München 10/3 1879 in
Seuffert, Blätter f. Rechtsauw. B. 44 S. 1S5 fg.
Berichtigungen.
S. 267 Z. 1 von oben lies das geringste statt der geringste.
S. 308 Note i lies Zimmern statt Zimmermann.
S. 323 No. 1 hinter Apuleji metam, lies VI statt IV
S. 346 Z. 12 von unten ist nach Annahmeverzug zu setzen mindestens
beim Waarenkauf.

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