Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

Annahme und AnnahMeverzng.

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zien, so daß, wenn das genus untergehl, nicht etwa die speeies
mit untergeht, sondern die species nicht entstanden ist. Wo
immer aber eine, wenn auch individuell gekaufte species nicht
entsteht, zahlt der Käufer keinen Kaufpreis, vgl. Gelbcke, Peri-
kulum beim Kauf, im Arch. f. civ. Prax. XIX S. 414, Go ose in
diesem Jahrb. XIII. S. 209. 210, Bechmann, Kauf S. 593.
Ist nun aber der Käufer in der Abnahme säumig und hindert er
dadurch die Bildung der Spezien, das admetiri, adnumerare,
so hat er nunmehr die Gefahr des geuus zu tragen, d. h. er muß,
wenn das gemi8 untergeht, sich so behandeln lassen, als wenn
die Spezien rechtzeitig gebildet worden wären und muß daher den
bedungenen Kaufpreis erlegen, kr. 5 de per. et comm., e. 2 pr.
eod. und dazu Donellus ad c. 2 eit. (Op. omn. VIII 1003.
1006.), Ihering, Jahrb. IV S. 433 fg., Mommsen, Un-
möglichkeit S. 342 No. 24, Hofmann, Perikulum beim Kauf
S. 130. Dies gilt vom perieulum juteritu8, wie vom peri-
culum deteriorationis. Wie aber, wenn das genus theilweise
untergeht, z. B. das Faß zur Hälfte ausläuft? Hier nimmt Ihe-
ring, a. a. O. S. 434 an, daß der säumige Käufer einen ent-
sprechenden Theil des perieulum mitzutragen habe; wäre z. B.
die Hälfte des Fasses untergegangen, so würde sich das dem
Käufer zukommende Quantum auf die Hälfte reduziren. Ihm
stimmt Hofmann, a. a. O. S. 130, lediglich bei, während
Regelsberger, krit. B.schrift XIII S. 116 eine nähere Be-
gründung verlangt. Es ist aber die Ihering'sche Ansicht m. E.
wohl begründet. Sie beruht auf dem Grundgedanken, welcher die
generische Obligation von der alternativen unterscheidet. Wäh-
rend nämlich die letztere von der individuellen Verschiedenheit der
Objekte ausgeht und nur eine Mehrheit von Individuen vor-
aussetzt, unter welchen der Akt der Wahl den Ausschlag zu geben
hat, ist der Grundgedanke der generischen Obligation die Gleich-
artigkeit der Objekte, welche gewissermaßen unter einen und den-

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