Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

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Dr. Jos. Köhler,

Dieser Satz ist im deutschen Rechte noch wichtiger als im rö-
mischen, da nach römischem Rechte die Leistung vielfach schon vor-
her auf Gefahr des Gläubigers steht, so insbesondere beim Kauf,
während gerade hier nach deutschem Rechte die Gefahr erst mit
der Tradition oder Auflassung übergeht, so daß der Käufer bei
früherem Untergang der Sache keinen Kaufpreis zu bezahlen hat.
Stobbe, zur Geschichte des deutschen Vertragsrechts S. 235 fg.,
in diesem Iahrb. XII S. 204, Handb. d. d. Priv. Rechts III
S. 243, Heusler, Gewere S. 215 fg., Hofmann, Perikulum
beim Kauf S. 28 fg. Lörsch und Schröder, Urkunden z.
Gesch. d. d. Privatrechts nr. 236Dem deutschen Recht sind
bekanntlich zwei große Legislationen gefolgt, das Preuß. und
das Oestreich. Gesb. vgl. das erstere I 11 §.95 fg., das letztere
§. 1064 cf. 1048. 1051; ebenso auch das Berner Civilges.b.
Satzung 808.1024., Bayr. Entw. a. 119, 282, Dresdener Entw.
a. 276. 277 (287. 288) und 451. Hier ist denn der Satz, daß
schon mit dem Annahmenverzug die Gefahr aus den Gläubiger
übergeht, gleich als ob bereits erfüllt wäre, von ganz eminenter
Wichtigkeit. Und er findet sich bereits in einem höchst interessan-
ten deutschen Rechtsdenkmal anerkannt, in dem Wiener Stadt-
rechts- oder Weichbildbuch a. 63 (Ed. Schuster S. 73):
Chauft ein man ein chaufschatz und vergwizzet den ze
stet oder er giltet in mit beraitschaft (also entweder Sicherstel-
lung oder Baarzahlung?) und leit in darnach ligen datz dem
hingeber, und der hingeber ist im des chaufschatz berait
zu laisten, wenn er den nemen wil, und nimpt sein darüber
nicht, allez das dem chaufschatz geschieeht, von gewalt,
von dieben, veur und swie er verlorn wirt, so mues der
1) Bergt, auch für das altfranzösische Recht neaumanoir xxxi 16,
XXXVIII 2. Auf die Bestimmungen der altfranzösifchen Quellen in dieser
Richtung werde ich in einer befondern Arbeit eingehen.
2) lieber die Voraussetzung der einseitigen Leistung oder Sicherstellung
s. ib. a. 64. 72, Stobbe, Z. s. R.gesch. XIII S. 240. 245.

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