Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

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Dr. Jos. Köhler,

bestimmte Person haben, man denke an Visitenkarten, Brief-
papier mit Monogramm und dgl. Noch mehr tritt diese Einsei-
tigkeit des wirthschaftlichen Werthes hervor bei den Manualakten
des Anwaltes ; und hier ist nicht nur dieser Individualismus am
frappantesten, sondern auch die Aufbewahrungspflicht oftmals
eine recht lästige: eine mit alten Aktenbänden überladene Re-
gistratur stört den Geschäftsgang, und eine Repositenregistratur
neben der laufenden zu halten, ist nicht jedes Anwalts Sache.
Daher bestimmt §. 32 der deutschen Rechtsanwalts-O.: „Die
Pflicht zur Aufbewahrung der Handakten erlischt mit Ablauf
von 5 Jahren nach Beendigung des Auftrags, und schon vor
Beendigung dieses Zeitraums, wenn der Auftraggeber, zur Em-
pfangnahme der Handakten aufgefordert, sie nicht binnen 6 Mo-
naten nach erhaltener Aufforderung in Empfang genommen hat."
So kommt es schließlich zur Aussetzung: auch das Sächs.
Ges.b. §. 757 läßt bei Unthunlichkeit des Verkaufs die Sache
preisgeben, ebenso der Dresdener Entw.
Bei Immobilien hat die Aussetzung keine solche Bedenken;
die Zerftörungskünfte von Wind und Wetter, die Habsucht der
Menschen sind ihnen nicht in gleicher Weise gefährlich, wie den
Mobilien; daher kann es hier füglich bei der Aussetzung sans
pkrase sein Bewenden behalten. So auch das Sächs. Gesetz-
buch §. 757: „kann der Verpflichtete-wenn es sich um ein
Grundstück handelt, nach vergängiger Anzeige bei dem Gerichte
der belegenen Sache dasselbe verlassen." Zwar wollen die Fran-
zosen hier eine Sequestration eintreten lassen, I^arombiero,
III a. 1264 N°. 8, Demolombe, XXVIII N°. 172, und so
auch deutsche Autoren, z. B. Dernburg, Preuß. Privatr. II.
S. 215, Ulrich S. 27 q, allein nicht nur ohne Anhalt in den

1) So übrigens auch schon Vovellus, de J. G'iv. XVI c. 14 §. 15:
Adhibetur curator rebus immobilibus, qui eas res conservet et curet et
eo nomine deque his restituendis teneatur mandati actione, directa qui-

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