Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

Annahme und Annahmeverzug.

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Es kann nun aber der Besitzerwerb des Gläubigers Wider-
stand finden; so wenn der Depositar, seiner Anweisung unerach-
tet, die Sache nicht herausgibt; so wenn die Sache bereits in
dritte Hände gelangt ist. In diesen Fällen müßte sich der Gläu-
biger regelrecht dadurch helfen, daß er von dem Schuldner die
Cesfion der Ansprüche erwirkt; allein das Recht hat keinen
Grund, an diesem Umweg festzuhalten und nicht dem Gläubiger
unmittelbar das zu gewähren, was ihm gewährt sein soll, Be-
sitz und damit Eigenthum; nur ist dabei immer zu berücksichtigen,
daß der Tradent den Traditionsakt vor seiner Perfektion willkür-
lich unterbrechen kann, das Recht des Gläubigers mithin stets
davon abhängig ist, daß zur Zeit seiner Geltendmachung der
Traditionsakt noch ununterbrochen sortdauert. Diese rechtliche
Gestaltung der Sache kennt denn auch bereits das Rom. Recht.
Die um die Verträge zu Gunsten Dritter hochverdienten Kaiser
Dioeletian und Maximian geben dem Gläubiger in der berühm-
ten e. 19 de usur. eine utilis actio depositi gegen den Depo-
sitar, ganz analog der utilis actio im Fall der c. 8 ad exhi-
bendum. Diese utilis actio findet statt, solange der Depositar
die Anweisung des Schuldners hat, an den Gläubiger zu zah-
len; solange also der Depositar, dem Deponenten gegenüber, aus
dem Depositum verpflichtet ist, die Sache an den Gläubiger zu
restituiren; solange der Gläubiger als „Rechtsparasit" die Sache
in der Weise empfangen kann, daß der Depositar dadurch gegen-
über dem Deponenten liberirt wird, vgl. Regelsberger, krit.
V.schrist XI S. 565, Gareis, Verträge zu Gunsten Dritter
S. 213 fg. Nur kann der Gläubiger durch Einreichung der
actio depositi utilis und durch Klagezustellung (§. 239 d.
Eiv. P. O.) die Sache für sich saisiren und einer Gegenordre des
Deponenten zuvorkommen; ganz ähnlich, wie das Verhältniß
zwischen Destinatär, Frachtführer und Absender im Handelsgesb.
a. 402. 405 geregelt ist. Fragt man daher, ob dieser Vertrag,

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