Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

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Dr. Jos. Köhler,

ganz entsprechend den Quellenfällen des kr. 2 §. 6 de donat.,
fr. 33 de adq. poss., fr. 41 de reb. cred., vgl. Exner S.
128, So hm S. 41 fg. Der Unterschied zwischen der Nieder-
legung bei einem Dritten und zwischen der Niederlegung oder
Aussetzung schlechtweg ist daher lediglich die Einschiebung eines
Hülfsorgans, welche aber in der Sache nichts ändert. Im einen,
wie im andern Falle handelt es sich um eine in die Zeit hinaus
erstreckte Tradition, wie uns solche die Quellen in den verschie-
densten Anwendungsfällen schildern, vgl. noch kr. 6 de donat.,
fr. 16 §. 1 praescr. verb., fr. 61 §. 8 de furt., fr. 34 de
dolo, fr. 47 de R. V., Exner S. 10 fg., K öppen, der ob-
ligatorische Vertrag unter Abwesenden S. 105 fg., Sohm S.
31 fg. Auch dürfen damit noch verschiedene analoge Fälle des
deutschen Rechts verglichen werden, Sachsensp. II 40 §. 1 u. 2:
Sves hund-oder svelkerhande ve it si, enen man
dodet oder belemet, oder eu ander ve, sin herre sal den
scaden na rechteme weregelde oder na sineme werde be-
teren, of he’t weder an sine gewere nimt, na des dat he
dat erst ereschet. §. 2 Sleit he’t aver ut, unde ne hovet
noch ne huset noch ne etet noch ne drenket he’t, so is
he unsculdich an’me scaden; so underwinde’s sik jene
vor sinen scaden of he wille. Vgl. Rechtsbuch nach Distink-
tionen II 8 d. 1, 9 d. 4, Goslarer Statut bei Göschen, S. 43
Z. 1—5 ; andere Nachweise bei Alb recht, Gewere S. 305
No. 858, S t o b b e, zur Geschichte des deutschen Vertragsrechts
S. 265. 266.
Daraus erklären sich alle rechtlichen Fragen der Materie
von selbst; der Schuldner bleibt solange Eigenthümer, bis eine
Acceptation durch den Gläubiger stattgefunden bat1); es steht
daher auch in seiner Befugniß, die ausgesetzte oder in Depot ge-

is Vgl. auch Bekker in seinem JaHrb v. S. 387.

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