Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

Annahme und Annahmeverzug.

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sächliche, accidentielle Bedeutung hatte, keineswegs für die Lösung
des ursprünglichen Schuldverhältnisses wesentlich war. Eine Reihe
von Stellen kann auf diese Weise verstanden werden: kr. 1 §. 3,
fr. 18 §. 1, fr. 41 §. 1 de usuris, vergl. c. 6 de usur., c. 8
de distr. pign., c. 12 de compens., c. 7 de pact. inter,
emt. et vend., vergl. auch fr. 47 §. 2 de fideic. libert.
Allein es ist nicht Jedermanns Sache, sich mit solchen
Depositen zu befassen, und es wäre eine unzulässige Zumuthung
an den Schuldner, in der ganzen Welt nach einem Bekannten zu
suchen, welcher sich dieses keineswegs anlockenden Geschäfts unter-
ziehen möchte. Daher bildete sich denn von selbst die Sitte, daß
der Schuldner das Geld bei solchen Anstalten deponirte, welche
sich mit derarten Geschäften zu befassen pflegten, und derer gab
es in der alten Welt insbesondere zwei, die aedes saerae und
die Banken. Daß die Alten überhaupt bei den Banquiers 1 2) De-
positen machten, ersteht man aus kr. 24 §. 2 de reb. auct. jud.,
fr. 7 §. 2 depos., und von einer Deposition in unserm Sinne
bei einem nummularius ist in der That die Rede in fr. 39 de
soiut. Wichtiger noch waren die Tempel, wo die religiöse
Scheu ein mächtiges Schutzmittel für die anvertrauten Gelder
bot. Es wurden denn auch vielfach Geld und Geldeswerth in
den Tempeln, bei den Tempelpriestern, bei den Tempelschaffnern,
(aeditui) deponirN), sie bildeten die Zufluchtsstätten der bedroh-
ten Gelder in den Zeiten äußerer Gefahren und revolutionärer
Umsturzperioden ; ruhten doch der Staatsschatz, die öffentlichen
Dokumente und die militärischen Zeichen im Tempel des Saturn.
Ein reiches Material über dieses antike Depositalwesen, welches

1) Deren gab es in jeder römischen Stadt vgl. Marquardt,
Röm. Privatalterthümer VI S. 7.
2) Vgl. z. B. Plauens, Bacchides II 306 fg.: Nos aput Theotinum
omne aurum deposivimus, Qui illic sacerdos est Dianae Ephesiae, 312 fg. :
Quin in eapse aede deae Dianae conditumst: Ibidem puplicitus servant.

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