Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

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Dr. Jos. Köhler,

81), Dietikon (Grimm V 94). Vgl. auch Göllheim (Grimm
V 628) so soll sie 2 hlr uf die beunte legen.
Besonders interessant ist die Art und Weise, wie der Retrakt
erzwungen wird: were, daz der usser (der Auswärtige) das gelt
von dem jnndren (angesessenen, welcher Näherrecht hat) in dem
zit (nämlich in 3 Jahren) nit nemen wolt, so sol er daz
gelt in ein tuechli winden und zwen erberman zuo
im nemen die des gezügen syen, und sol dem ussern
daz geld ze der hussellen1) inwerffen, und daz
sol als guot kraft haben daz den inneren nieman davon
stossen sol (Altdorf, Grimm I 15 Anm., ebenso Binzikon,
Grimm IV 271).
Damit sind noch nicht alle entsprechenden Gebräuche er-
schöpft, vgl. Hofstätten (Grimm III 544), Nürnberg (Grimm
III 610), Schontra (Grimm III 888), Kirn (Grimm II
140), Kochenheim (Grimm II 677), Wuerenlos (Grimm V
105) u. s. w.
Der Rechtsgedanke, welcher sich in den deutschen Gebieten
in eine Fülle von Details zerblättert hat, ist im röm. Rechte
nicht nur zusammengehalten, sondern auch mit großer Schärfe
in seuren praktischen Momenten erfaßt und entwickelt worden.
Das Geld, sagten sich die Römer, ist ein Ding, dessen Aufbe-
wahrung mit wenig Schwierigkeiten verbunden ist, da es sich
auf einen engen Raum zusammendrängen läßt und keiner Pflege
bedarf. Daher wird der Schuldner in einem etwas gereifteren
Rechtsleben das Geld nicht auf die Straßen legen, sondern
es etwa in einen Sack einschließen, ihn versiegeln und bei sich
oder einem Dritten unterbringen2). Es unter einen Stein

1) seile — selde goth. salithva Haus.
2) Richtige Bemerkungen (neben Jrrthümern) bei Koch, Recht der
Forderungen VI S. 676, und bei Assig, in der deutschen Gerichtszeitung
1863 S. 39.

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