Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

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Dr. C. Karsten,

rem suam der Klageanspruch des Eessionars ein solcher gewor-
den, der ausschließlich zur sachlichen Klagbegründung gehört.
Es giebt jetzt überhaupt nicht mehr eine Sonderung des An-
spruchs nach der Seite, ob das stacht ein übertragenes oder schon
anfänglich in der Person des Klagenden begründetes gewesen sei,
es handelt sich nur um den Nachweis, daß das Recht, was ver-
folgt wird, ein dem Kläger jetzt zustehendes sei.
Mit dieser Aenderung des Prozesses ist von selbst auch diese
nur in der Besonderheit der prätorischen Gewalt liegende Form
der Cession — die actio utilis — weggefallen; so wie der mate-
rielle Grund der Eession vorhanden ist, ist die Cession abge-
schlossen. Eine äußerlich erkennbare Form, ja auch eine Son-
derung im prozessualischen Verfahren, wo lediglich diese Frage
als eine vorher allein zu erledigende behandelt würde, giebt es
nicht mehr. —
In dieser Beziehung hat auch die lex Anasta siana kei-
neswegs etwas Neues geschaffen; längst vor ihr ist das mate-
rielle Uebertragungsgeschäft, die Existenz der causa cessionis in
der Person des Cessionars, die Vollendung der Eession selbst.
Dieses Gesetz bezieht sich nur auf den Forderungskauf, für welchen
jetzt besondere materiell-rechtliche Bestimmungen gelten sollen. —
Daß es in unserem modernen Rechte Kategorien von For-
derungsübergängen gäbe, die wieder abweichend von dem schließ-
lichen Resultate des justinianeischen Rechtes einen eigenen äußer-
lich erkennbaren Akt des Forderungsüberganges verlangen, glaube
ich für einen besonders wichtigen Kreis von Forderungen nachge-
wiesen zu haben. Für diese Cessionen ist dann aber eine Form
nöthig, die sofort den debitor cessus an den Eessionar bin-
det auch nicht eine lediglich prozessualische sein darf wie im röm.
Recht, und weiter ist materiell unerläßlich die Konsequenz, daß
die lex Anastasiana für diese Cessionen nicht gälte.
In diesem letzten Punkt stimme ich Schwanert durch-
aus bei. —

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