Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

Beiträge zur römisch-rechtlichen Lehre von der Cession. 257

Es mag immerhin unrichtig sein, daß v. Salpius sich
besonders aus const. 8. (4, 39) beruft, wie ich selbst schon zu-
gegeben ; mit dem Wegfalle dieser einen Stelle sind aber doch
die andern nicht zu widerlegen.
Als der ordo judiciorum ganz aufhörte, ist freilich die
actionis impetratio verschwunden, aber als sachliche Begrün-
dung ist die Berufung auf die früheren formulae und actiones
utiles geblieben, bis Constantin's Söhne in der const. 1. (2,
58) auch dies aufhoben.
Diese Bezugnahme auf die alten formulae hat aber jetzt
selbstverständlich eine andere Bedeutung, sie dient nur allein zur
sachlichen Begründung des erhobenen Anspruchs.
So weit das prätorische Aktionensyftem ediktsmäßige Kla-
gen kannte. war in dem Prozesse nach Aufhebung des ordo ju-
diciorum ein sicherer Anhalt gegeben, das Recht als ein mate-
riell begründetes anzuerkennen. In denjenigen Fällen aber, bei
denen am Ende des ordo judiciorum eine Ausnahme in das
Album noch nicht erfolgt war, sondern wo je nach dem einzel-
nen Falle eine mehr oder weniger umfangreiche prätorische Mit-
wirkung eintrat, war der Hinweis auf die frühere prätorische Er-
theilung einer actio in ähnlichen Fällen freilich nicht mehr der
Grund für die prozessualische Zulassung einer Klage, sondern
es war vielmebr auch hier eine materielle Rechtfertigung des erho-
benen Anspruchs. Der Cessionar verlangt nicht erst die Gewäh-
rung oder die Zulassung zur Prozeßführung, wie im prätorischen
Rechte, sondern er beansprucht, weil früher der Prätor eine actio
gegeben hatte, eine Anerkennung seines materiellen Rechtes *).
Damit ist denn hier ebenso wie bei dem procurator in
l) Dies war eben die Konsequenz des Verfahrens extra ordinem.
Das prätorische Aktionensystem war ein materielles Rechtssystem geworden.
Bethm.-Hollweg, Civilpr. Hl p. 32. —Die interpolirte 1.47 §. l
(3, 5) beweist die Auffassung des just. Rechtes. —
XVII. N. F. V.

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