Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

Beiträge zur römisch-rechtlichen Lehre von der Cession. 255
Gerade dieser Umstand scheint mir von der größten Bedeutung
für diejenigen actiones utiles, deren causa ausschließlich in
einem zwischen Cedenten und Cessionar abgeschlossenen Rechts-
geschäfte lag.
Die Verpflichtung zur Cession führt allerdings konsequent
zu einem rechtlichen Zwange, soweit ein Handeln des Ceden-
ten zur Frage steht. Anders wenn der Cedent selbst nicht mehr
thätig zu sein braucht.
Während nun bei denjenigen Verpflichtungsgründen, die
gleichsam unter des Prätors Mitwirkung erst entstanden sind,
als Fortbildung des materiellen Rechtes — die Art des dare
oder denegare actiones dem Cessionar resp. dem Cedenten ge-
genüber leichter erkennbar ist, ist dies bei einem ganz ohne
prätorische Theilnahme eingegangenen Rechtsgeschäfte anders.
Die actio Pauliana steht z. B. nur denjenigen Kreditoren
zu, quorum fraudandorum causa die alienatio geschehen ist,
und die bona ipsius vendiderunt, 1. 10 pr. §. 1 (42, 8).
Ist zur Ausführung der kraus eine dos bestellt, so tritt der
Prätor, der bei der bonorum venditio mitwirkte, dazwischen
und versagt der filia dotata die actio de dote adversus ma-
ritum und giebt diese actio dem creditor als eine actio uti-
lis 1. 14. 1. c. In der 1. 70. (3, 3) wird dem Erben eines
Vormundes, der zugleich ein nomen gegen den Bevormundeten
aus dieser Erbschaft erworben hat, die auf letzteres begründete
actio mandata (die Stelle ist von Scävola und es steht
ein fideicommissum dabei zur Frage) nicht eher gegeben, als
bis er versprochen, ut defendat heredes a quibus ei actiones
mandatae sunt. —
In dem Falle dagegen, den Paulus in 1. 18 pr. (13, 7)
behandelt, ist der Prätor um den Schutz angegangen wegen der
conventio über ein verpfändetes nomen. Der Prätor muß hier
auch den „verpfändeten Schuldner" gegen den Pfandgläubiger
schützen und nur mit dieser Voraussetzung dem zweiten Pfand-

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