Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

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Dr. C. Karsten,

Prätor mit Sicherheit rechnen konnte. Daß aber trotzdem erst
hier die Ertheilung der formula durch den Prätor mit der Klau-
sel „quasi herede“ den Erwerber sicherte, beweist deutlich die
Stelle von Papinian 1. 17. (2, 15).
Alle andern Fälle, wo uns sonst aetiones util68 genannt
werden, sind nicht ediktsmäßig gewesen, sondern die Erlangung
einer solchen aetio utilis geschah ganz allein je nach dem einzel-
nen Falle durch die prätorische Gewalt, die eben für das Pri-
vatrecht kein System von Rechten einsührte, sondern nur ein
System prätorischer Klagen. Für die von mir behandelte fin-
girte Cession will das sagen: so oft ein Fall vorliegt, in wel-
chem ein Anspruch auf Klageneession begründet ist, ist eine solche
aetio utUis, wenn der Cedent nicht freiwillig eine Prokuratur-
bestellung vornimmt, nur durch ein Angehn des Prätors zu
erreichen, der sowohl die erbetene aetio utilis dare kann als
denegare. Welche Mittel in der prätorischen Gewalt begrün-
det waren, eine Cession herbeizuführen, habe ich für die ver-
schiedenen Fälle der aetio utilis angedeutet; ich gebe hier x)
eine Reihe von Belagstellen, in denen für die verschiedensten
einzelnen Rechtsverhältnisse die verschiedene Art prätorischen Ein-
greifens angegeben wird. Wie wichtig für die aetio utilis
außerdem auch die prätorische eausae eognitio war, ergibt die
Behandlung der prätorischen Stipulationen, auf die ich in m.
f. Cess. S. 78 hingewiesen.
Die Entwickelung der aetione8 util68 gehört in ihrem größ-
ten Umfange der Zeit an, in welcher die prätorische Gewalt in
ihrer früheren Bedeutung in Verfall kam, neben ihr war das
Eingreifen der Kaiser durch Reskripte schon sehr gewöhnlich.
1) 1. 70. (3, 3). 1. 34 (32). 1. 64 §. 4 (24, 3). 1. 14. (42, 8). I. 18 pr.
(5, 3.) 1. 82 §. 5 (47, 2). 1. 4 §. 4 (18, 2). 1. 11 §. 10 (43, 24). 1. 39
§. 14 (26, 7). 1. 24. (4, 4). const. 2. (5, 58) aus d. Jahre 212. const. 2.
(5, 52).

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