Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

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Dr. C. Karsten,

des Anspruches gegen den Hauseigenthümer an den Redemtor
auf einem Gesetze beruhte, und wie eben wieder eine gesetzliche
Bestimmung den Prätor anwies, dem Redemtor ein judicium
zu geben : uti de pecunia credita judicium dare oporteret.
Bruns meint, daß hierbei nur der Standpunkt der Delegation
und Novation anzunehmen sei, „daß aber andererseits die Be-
ziehung zur Cession auch nicht zu verkennen sei" (S. 54). Ein
näheres Eingehen hierauf würde mich von meinem Thema ab-
sühren, nach meiner Ansicht sind die Verbindungen mit der Ces-
sion vorwiegend. Hier genügt es, hervorzuheben, daß der
Prätor durch ein Gesetz ein für alle Mal aus eine bestimmte
Prozeßart angewiesen wird, ohne daß er irgend den Grund der
Berechtigung des Redemtor zu prüfen hat. Für die Cession des
Privatrechtes kann eine solche lediglich schematische Behandlung
überhaupt nicht genügen, weil die übertragenen actione8 den
verschiedensten Gebieten angehören, also eine einheitliche Pro-
zeßart in sofern nicht möglich ist. So lange aiieno nomine
geklagt wird, ist es die actio directa des Cedenten, die dem
prätorischen Klagensystem entnommen, von dem Cessionar ohne
alle sachliche Legitimation nur als Repräsentanten des creditor
verfolgt wird. —
Ist der weitere Fortschritt jetzt bei den actione8 utiles
darin begründet, daß der Cessionar suo nomine klagen kann,
so ist damit anerkannt, daß mit Eintritt des Cessionsgrundes
der Prätor die actio directa dem Cedenten verweigern kann,
daß also der Cessionar, ohne aus eine Proeuraturbestellung zu
warten, selbständig handeln darf. Es kann von einem Zwange,
die actio utilis zu geben, dem Cedenten gegenüber überall nicht
mehr die Rede sein, denn die Ertheilung einer actio ist Sache
des Prätors *). Hat also bei einem Verkaufe eines nomen der Ce-
l) Auf die Unterscheidung der materiellen Cessionspflicht und die Erthei-
lung der aet. util. beziehen sich die Erörterungen in d. fing. Cession x. 86 u. ff.

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