Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

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vr. C. Karsten,

die Römer nur die eine Seite der Cession, die formale, geordnet
haben, während die andere, die nach dem materiellen Forde-
rungsübergange selbst, gar nicht bei diesen beiden Cessionsfor-
men direkt berührt worden ist.
Weil wir nun aber mit „Cession" lediglich die materiell
rechtliche Seite eines Forderungsüberganges bezeichnen, so ist es
ein Irrthum, wenn wir aus den erwähnten „Cessionsformen"
des röm. Rechtes eine Ansicht von einer gesetzlichen Cession ent-
wickeln wollen, die dem röm. R. fremd ist.
Diesen Nachweis erbracht zu haben, behaupte ich nun trotz
der dagegen vonExner^) und Hoffmann^) erhobenen Wider-
sprüche, ja ich muß gestehen, daß diese beiden Recensenten durch
ihre grundlosen Behauptungen mir erst recht klar gemacht haben,
wie eine oberflächliche Behandlung des röm. Rechtes, ohne ein
Studium der Quellen und ohne Erkenntniß ihres Entwickelungs-
ganges immer zu ganz unrichtigen und unpraktischen Resultaten
führen muß. — Gerade solche Behandlung des röm. Rechts, die
offenbar die leichtere ist, ohne Bewußsein eines Gegensatzes un-
serer Auffassung mit der des röm. Rechtes, wird sich mit einem
unvermittelten Zusammentragen einzelner Gesetzessragmente be-
gnügen , ohne tiefer in das einzelne Rechtsinstitut einzudringen.
Wie richtig dies sei, werden die folgenden, meine frühere Untersu-
chung ergänzenden Ausführungen erweisen. — Sind es nun nicht
jene beiden erwähnten Besprechungen meiner stngirten Cession,
die mich noch einmal auf dasselbe Thema zurückkommen lassen,
so veranlaßt mich dazu vielmehr der Gedanke, den Schwanert
bei Besprechung meiner Arbeit (Jenaer Literaturztg. Ihrg. 1875
S. 19) angeregt, indem er auf die Lex Anastasiana hingewiesen.
Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die eigentliche
Schwierigkeit des Forderungsüberganges so tief begründet ist,
1) Grünhut's Zeitschrift II. S. 614.
2) Kritische Bierteljahrsschrift. Bd. 18. 512.

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