Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

In wie weit ist die exc. rei vend. et trad. ein lebensfähiges Institut? 213
dem könnenl) — nach der herrschenden Meinung einem an-
dern bonae fidei possessor gegenüber der Regel nach nicht
durchdringen 2) 3).
3. Eine Noxalklage geht beim Vorhandensein eines bonae
fidei possessor nicht gegen diesen, sondern gegen den domi-
nus, sobald dieser die Sache, an welche die Beklagtenrolle ge-
knüpft ist, besitzt^). Bei einer Tradition, welche nur die ex-
ceptio rei venditae überträgt, behält daher der Tradent mit
_ %
1) Weil diese replicatio wie die exceptio nach der I. 3 dig. li. t. 21,
3 nur gegen dritte Rechtsnachfolger, nicht gegen andere Dritte geht. Wind-
scheid, Pand. I §. 172 scheint, obwohl er anführt, daß der Schutz dieser
Einrede auf die Rechtsnachfolger der Kontrahenten ausgedehnt sei, doch anzu-
nehmen, daß er auch gegenüber sonstigen Dritten Platz greift. Hiernach würde
also der im Text unter 2 angeführte Unterschied wegfallen. Allein dieser
Annahme möchte ich mich in Ermangelung eines jeden Quellenbeweises
nicht anschließen. Ich meine nämlich nicht, wie S avigny, System Bd. V
S. 178, 179, daß alle exceptiones im Zweifel exceptiones in rem sind;
vielmehr meine ich das Gegentheil daraus folgern zu können, daß die Wir-
kung in rem die weiter greifende ist. '
2) Arg. l. 9 §. 4 dig. de Publ. 6, 2. Vgl. Bruns in Becker und
M u t h e r 's Jahrb. Bd. IV, S. 19. Huschke, das Recht der Publiziani-
fchen Klage S. 28, 94, 95. Wenn man freilich annimmt, daß bei dem
Streite zwischen bonae fidei possessores nach der 1. 31 §. 2 dig. de act.
emti venditi 19, i dem früheren Erwerber der Vorzug gebühre, so würde
auch der letzterwähnte Unterschied des Textes (2) wegfallen. Allein die be-
rühmte Kontroverse, ob dies der Fall ist, kann hier, wo es sich lediglich um
eines von mehreren Beispielen handelt, dahin gestellt bleiben.
3) Wäre es wahr, daß diese Beschränkung des Klageschutzes gegen
dritte bonae fidei possessores, wie Wiebeki n g a. a. O. S. 23 annimmt,
auch bei dem bonitarischen Eigenthume Platz gegriffen hat, und müßten
wir annehmen, daß bei der Verschmelzung des quiritarischen und des bo-
nitarischen Eigenthums diese Behandlung des letzteren als des neueren In-
stituts nunmehr die allgemein maßgebende sei, so würden wir damit die Ab-
änderung einer der Hauptgrundsätze der Eigenthumslehre: nbi meam rem
invenio, ibi vindico durch Justinian annehmen müssen. Hierzu fehlt es
jedoch an quellenmäßigem Anhalte, und damit wird die Wiebeking'sche
Vermuthung hinfällig.
4) Cst. 21 cod. furt. et serv. corr. 6, 2.

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