Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

In wie weit ist die exc. re! vend. et trad. ein lebensfähiges Institut? 211

ten nun wirklich die Redaktoren einem veralteten Institute einen
besonderen Digestentitel gewidmet Habens? Nun läßt sich
freilich Folgendes ansühren. Der Zusammenhang unserer Ein-
rede mit dem bonitarischen Eigenthum und die Umgestaltung
ihrer rechtlichen Bedeutung entging vielleicht den Redaktoren,
deren rechtshistorische Kenntnisse übermäßig hoch zu veranschla-
gen wir keine Veranlassung haben. Allein thatsächlich ist nun
einmal das bonitarische Eigenthum und damit die rechtliche
Sonderbehandlung des mit der exceptio rei venäitae et tra-
äitae geschützten bonae üäei po88688or beseitigt, und daran
kann der Umstand, daß die Quellen dies sprachlich nicht an-
erkennen, nichts. ändern. Man könnte in dieser Hinsicht auch
noch darauf Hinweisen, daß der Unterschied zwischen einer ex-
ceptio, welche des Klägers Recht nur indirekt aufhebt, und
den Behauptungen eines wirklichen Eigenthumserwerbs durch
den Verklagten mit den Eigenthümlichkeiten des Formularpro-
zesses wenigstens insofern weggefallen ist, als man zu Iusti-
nian's Zeit vielleicht keinen Anstoß mehr daran nahm, einer
früher indirekt rechtsaufhebenden Thatsache bei ihrer Umwand-
lung in einen direkten Rechtstilgungsgrund den alten historisch
begründeten Namen exceptio zu belassen, wie man ja auch heut-
zutage hin und wieder von einer Einrede der Ersitzung spricht.
Dies ist sicherlich sehr wohl denkbar, und es würde sogar
ganz sicher sein, wenn in der That zwischen einem Eigenthü-
mer und einem mit der exceptio rei venäitae et traäitae
geschützten bonae üäei po88688or ein praktischer Unterschied
nicht bestände, sondern nur eine bedeutungslose, durch die
Wissenschaft zu beseitigende Verschiedenheit des Namens vorläge.
Dies ist jedoch nickt der Fall. Es lassen sich vielmehr
Wirkungen des Eigenthums feststellen, welche aus der Verflär-

Wiebeking a. a. O. S. 43.
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