Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

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R. v. Ihering

Was ihn bewog, seinen Namen zu unterdrücken, — eine
Eigenthümlichkeit, die er für die meisten seiner späteren Publi-
kationen beibehielt — darüber hat er sich mir gegenüber nie
ausgesprochen ; wahrscheinlich war es eine, für mich aus seinem
Charakter nicht schwer zu erklärende übertriebene Reizbarkeit und
Empfindlichkeit gegen das Urtheil der Kritik.
Im Jahre 1847 führte ihn ein Ruf nach Halle, welches
ihm den Vortheil einer größeren akademischen Thätigkeit in Aus-
sicht stellte. Dieselbe ward der Anlaß für ihn, ein größeres
Werk für Studierende zu entwerfen („Civilistischer Cursus",
nach dem Vorbilde seines Lehrers Hugo) über das wir ihn sel-
ber sich aussprechen lassen. „Fünfzehn Jahre, schreibt er in einem
1865 geschriebenen und gedruckten Vorwort zu einem von dem-
selben erst 10 Jahre später (1875) herausgegebenen Bruchstück
(Das römische Recht der Gegenwart, dargeftellt von Agathon
Wunderlich. Familienrecht. Lübeck, Selbstverlag des Ver-
fassers 1875), fünfzehn Jahre sind verflossen seit dem Tage, wo
der Verfasser in voller Manneskraft dem Lehramt Lebewohl sagte
und zum Richteramt, mit welchem er seine Laufbahn begonnen,
ausschließlich zurückkehrte. Sein akademischer Beruf hatte ihm
die Herausgabe eines „civilistischen Cursus" wünschenswerth er-
scheinen lassen. Er sollte sieben Bände umfassen, von denen
der erste den Institutionen, der zweite der Rechtsgeschichte, der
dritte, vierte, fünfte den Pandekten, der sechste dem Civilprozeß,
der siebente einem Praktikum gewidmet sein sollten. Etwa die
Hälfte der Bände war gedruckt, als der Verfasser von seinen
Zuhörern Abschied nahm."
Es erschien von dem Werke nur der siebente Band: juri-
stische Ausgaben Halle 1849 (anonym) und sodann fünfund-
zwanzig Jahre, nachdem es gedruckt war, jenes Bruchstück, dem
wir die obigen Worte entnommen haben. Auch die wohlwol-
lendste Beurtheilung kann, wenn sie einmal genöthigt ist, der

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