Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

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vr. Gustav Hartmann,

Besitz des väterlichen Nachlasses gesetzt hatte. Will man denn,
Angesichts der Unzulässigkeit einer Legis actio alieno nomine
im alten Recht, zu der Annahme sich bekennen, daß der cura-
tor furiosi oder der tutor infantis Gewehr beim Fuß zusehen
mußte, bis die usucapio pro derelle sich vollendetes Es ist
doch ein ganz dringendes und unverkennbares praktisches Be-
dürsniß, dem hier die Idee der alten Vormundschaft entgegen-
kommt, als welche wesentlich angelegt ist zu einem jus in pecu-
nia im nächsten Interesse des Gewalthabers selbst.
Nicht also gleichsam aus eigenem Rechte (Rudorfs, Rechts-
geschichte II, S. 70), sondern wirklich aus eigenem Rechte und
vollkommen suo nomine vindizirt hier nöthigenfalls der tutor
die seiner potestas unterworfene fremde familia. In-Anbe-
tracht des Parallelismus, der zwischen den Formeln der man-
cipatio und der legis actio besteht, weiset die bei Gajus II,
§ 104 überlieferte Formel der mancipatio familiae, wie schon
Bekker angedeutet hat (Aetionen II, S. 115 Anm. 21), un-
verkennbar hin auf die Art der hier anwendbaren Klagformel.
Ist denn aber nicht bei solcher Sachgeftaltung allen Requi-
siten eines Rechts an fremden Rechten im strengsten Sinne ge-
nügt? Und wenn man auch freilich nicht im materiellen Sinne
stößt auf die fremden Rechte so wenig wie auf den fremden
Willen, — sind sie deshalb nicht doch „reelle Wesen" für die
juristische Betrachtung? Was endlich kann uns befugen, des-
halb weil freilich die greifbaren Beziehungspunkte, welche die
subjizirten Rechte in der sinnlichen Welt haben, solgenweise vom
beherrschenden Rechte ergriffen werden, die Gegenständlichkeit
jener subjizirten Rechte selbst zu ignoriren oder zu verwerfen?

Den einzelnen Fällen der Rechte an eigener Sache läßt sich
noch ein neuer FM unseres modernen Rechtes hinzufügen. Es

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