Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

Rechte an eigener Sache.

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zugehen aus einem hier oft übersehenen Responsum Juli an's
(kr. 17 quib. mod. ususfr. 7, 4 libr. XXXV Dig.): „Si tibi
ususfructus pure, proprietas autem sub condicione Titio
legata fuerit et pendente condicione dominium proprieta-
tis acquisieris, deinde condicio exstiterit, pleno jure fun-
dum Titius habebit. Neque interest, quod detracto usu-
fructu proprietas legata sit; dum enim proprietatem ac-
quisieris, jus omne legati ususfructus amisisti.“ Handelt
es sich hier auch nicht um eine pignoris obligatio, so kommt
doch das gleiche Prinzip zur Anwendung. Es liegt ein älteres,
nur auf die nuda proprietas gemünztes Rechtsgeschäft vor;
hinterher ist Konsolidation des Nießbrauches erfolgt; zuletzt tritt
die Voraussetzung für die Verwirklichung jenes älteren Rechts-
geschäftes ein. Da behält es nun bei der inzwischen eingetrete-
nen Konsolidation durchaus sein Bewenden; die Konsolidation
kommt in ihren Folgen nun dem Dritten zu Gute; das dem
Dritten geltende Rechtsgeschäft erzeugt sofort vollere Wirkungen,
als es ursprünglich in der Absicht lag.
Müssen wir nun gewiß mit Exner (a. a. O. S. 408) an-
nehmen, daß für die Superfizies hinsichtlich unsrer Frage die-
selben Gründe gelten, wie für den Nießbrauch; so ist auch für
die Superfizies die Sache entschieden. Bei Beerbung des Eigen-
thümers durch den Superfiziar ergreifen die diesem nachgehen-
den d. h. die nach Einräumung der Superfizies vom Proprietär
bestellten Hypotheken das Grundstück nunmehr im vollsten Um-
fang, kraft der natürlichen Expansivkraft des vom Pfandrecht
ergriffenen Eigenthums. Es fehlt hier also auch für diejenigen,
welche von einem materiellen Fortbestände des konsolidirten
jus in re zu reden geneigt sind, an der Voraussetzung für die
Anwendung ihrer Lehre. Diese Voraussetzung wäre gegeben in
dem andern, früher von uns berührten Falle (s. vorhin S. 91),
wo nicht der Proprietär, sondern der Superfiziar eine Hypothek

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