Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

Rechte an eigener Sache.

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Eigenthümer schon habe. Gerade wegen des, nach Römischem
Recht als nothwendig angenommenen, Vorrückens späterer
Pfandrechte in den Rang eines ausfallenden früheren Pfand-
rechtes ist er auch diesen gegenüber nur in seiner fortdauernden
Stellung als Pfandgläubiger, nicht als bloßer Eigenthümer in
der Lage, den Werth des Pfandes für sich zu realisiren. Daß
er nun aber, wenn gleich als Pfandgläubiger veräußernd,
doch zugleich Eigenthümer ist und eigenes Eigenthum überträgt,
wird allerdings auf die juristische Beurtheilung des Geschäfts
nicht ohne Einfluß sein können. So darf z. B. ex fide bona
schwerlich die Rede sein von der, sonst bei pfandrechtlichem Ver-
kauf anzunehmenden, Ausschließung der Haftung für Mängel
der Sache, die dem Verkäufer verborgen geblieben sind.
Aber wie nun, wenn der Hypothekar-Eigenthümer klar
ersichtlich nur als Eigenthümer veräußerte, z. B. die Sache
einfach wegschenkte? Was wird hier, in Ermangelung besonderer
rechtsgeschäftlicher Regulirung, aus seinem Pfandrechte an der
eigenen Sache? Es kann konsequent nur (mit Buchka S. 30)
die Antwort gegeben werden: daß es, sofern nicht besondere
Umstände den Schluß auf den Verzichtswillen rechtfertigen, in
der Hand des Veräußerers zurückbleibt als nunmehr ein Pfand-
recht an fremder Sache.
Hier nun tritt besonders an's Licht die praktische Bedeutung
des Streites: ob nicht anstatt eines Pfandrechtes an eigener
Sache vielmehr nur von einem, mit „besonderen Berechtigun-
gen" ausgestatteten (Dernburg II, 571) oder „gegenüber den
Hypothekargläubigern innerhalb gewisser Grenzen geschützten"
Eigenthumsrecht als solchem (Bremer, Grundschuld S. 84)
die Rede sein dürfe. Vom Standpunkte der letzteren Auffas-
sung aus bleibt nur die Wahl, jenes fragliche Etwas sammt
dem Eigenthum auf den Erwerber übergehen, oder es von selbst
erlöschen zu lassen. Dieser zweiten Alternative folgt für die da-

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