Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

Rechte an eigener Sache.

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für die Prädialservitut, welche ihm schon vorher daran zustand.
Es ist ganz richtig, daß in solchem Falle die beiden dinglichen
Rechte nicht von dem gleichen Werth und Intereste sind für
den Berechtigten, wie wenn sie an verschiedenen Objekten zu
seinen Gunsten beständen. Hierdurch mag denn der Anschein,
aber doch auch wirklich nur der Anschein, eines theilweisen Ru-
hms entstehen und zwar speziell des minder intensiven Rechtes,
welches man in diesem anscheinenden Kampf um's Dasein oder
doch um Herrschaft und Geltung zwischen beiden Rechten unwill-
kürlich als das unterliegende, stillgestellte sich denkt. In Wahr-
heit aber mögen sie, auch soweit sie in Ausübung und prakti-
schem Erfolg sich decken, friedlich und uneingeschränkt neben
einander fortbestehen. Mag doch auch im Streit der Parteien
die prozessualische Geltendmachung des minder intensiven Rechtes
oft Vortheile bieten vor der des stärkeren, bei der Verschiedenheit
des bedingenden, dem Streit ausgesetzten, juristischen Thatbe-
standes beider Rechte.
Und wenn einmal überhaupt die einzelnen Rechte nicht rein
um ihrer selbst willen da sind, sondern als Mittel zum Zweck;
warum sollten nicht auch hier mehrere Mittel da sein können
mit einem mehr oder weniger identischen Zweck, soweit das nur
Irgend noch einen ausreichenden Nutzen zu versprechen vermag?
Die Unterscheidung aber zwischen einer objektiven oder pas-
siven und einer subjektiven oder aktiven Seite des Rechts, welche
im reinen Begriff durchaus möglich und nützlich ist, läßt sie sich
überhaupt bis zu einer wirklichen praktischen Trennung beider
Seiten durchgeführt denken? Die nothwendig verneinende Ant-
wort auf diese Frage kann und braucht an dieser Stelle nicht
eingehend begründet zu werden. Denn offensichtlich tritt gerade
in den erörterten Fällen des Pfandrechts an eigener Sache ein
gutes Stück aktueller subjektiver Willensmacht zu Tage, welche
in der bloßen Eigenthumsmacht, sofern diese hier gegenüber den

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