Full text: Volume (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

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Dr. Gustav Hartmann,

antiquior creditor 8, 19 (Imp. Alexander A. Athenioni
230): „Si vendidit is qui ante pignus accepit , persecutio
tibi hypothecaria superesse non potest. Cum autem de-
bitor ipsi priori creditori eadem pignora in solutum de-
derit vel vendiderit, non magis tibi persecutio adempta
est, quam si aliis easdem res debitor venumdedisset: sed
ita persequens res obligatas audieris, si, quod eidem pos-
sessori propter praecedentis contractus auctoritatem de-
bitum est, obtuleris.“
Die Fortdauer der ersten Hypothek ist hier, trotz des spä-
teren Eigenthumserwerbs seitens des Gläubigers, implicite da-
durch in der That anerkannt, daß die Durchführung der actio
hypothecaria des zweiten Hypothekars für abhängig erklärt
wird von der vorgängigen Ausübung des gewöhnlichen jus of-
ferendi.
Aber ist dabei nicht als Boraussetzung gedacht, daß auf die
Pfandforderung als solche hin keinerlei Leistung an den Gläubi-
ger erfolgte, so daß dieser Fall „genau mit dem von fr. 30 § 1
cit. übereinstimmen" würde (Buchka S. 33)? Diese Frage
und dieser Zweifel beruht aus der Annahme (B. 32, 46): daß
das Erlöschen des Pfandrechts, wenn der Gläubiger persönlich
befriedigt worden ist, keine Ausnahme zulasse, da jenes Erlö-
schen aus der Natur des Pfandrechts mit Nothwendigkeit folge.
Mit klarer Absicht soll deshalb von einem quod debitum est,
anstatt „erat“ am Schluffe die Rede sein, um dadurch anzu-
deuten , daß sich die datio in solutum auf eine zweite Forde-
rung dieses nämlichen Pfandgläubigers beziehe, nicht auf die
Pfandforderung selbst. Ebenso absichtlich soll jede Andeutung
einer Kompensation zwischen der Forderung auf den Kaufpreis
und der Pfandforderung unterblieben sein.
Gegen solche Auslegung des Reskriptes und solche Erklä-
rung des Fortbestandes der Pfandforderung ist ganz richtig schon

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