Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

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Baron,

2) von dem Umstande, ob das Thier auch wirklich der na-
türlichen Freiheit beraubt ist; dieser Umstand bezieht sich
auf das Verhältniß des Schlingenstellers zu dem ge-
fangenen Thiere.
Was den Ort betrifft, so ist ein loeus pudlieus niemals
geeignet, dem Schlingensteller die Gewalt zu verschaffen, denn
weil hier Jedem der freie Zutritt offen steht, und weil Nie-
mandem erlaubt ist, auf öffentlichen Orten etwas niederzulegen,
so kann man dem Schlingensteller unmöglich eine größere Ge-
walt über das gefangene Thier zuschreiben als jedem Andern,
d. h. eben keine Gewalt. Nothwendig ist also ein 1oeu8 pri-
vatim, aber auch unter diesen genügt nicht ein jeder, sondern
nur entweder der eigne des Schlingenstellers oder ein fremder,
wenn die Erlaubniß vom Eigenthümer crtheilt worden ist;
denn nur unter Voraussetzung dieser Erlaubniß ist dem Schlin-
gensteller der freie Zutritt gestattet, und erst dann die Gewalt
erworben. WaS ferner die Aushebung der natürlichen Frei-
heit betrifft, so kommt eS auf die Stärke der Schlinge, ihre
Anlage, kurz auf alle die Umstände an, die da bewirken, daß
das Thier sich nicht herausarbeiten kann; denn wo dieses
möglich ist, ist das Thier niemals seiner persönlichen Freiheit
beraubt gewesen.
Ich bin von dem Tert der Ler nur darin abgewichen,
daß ich das Princip an die Spitze stellte, und die daraus sich
ergebenden Folgesätze erst hierauf entwickelte, während der Ju-
rist den umgekehrten Weg eingeschlagen hat. Daraus wird
man hoffentlich keinen Vorwurf gegen meine Interpretation
begründen. Nun sind noch drei Umstände hervorzuheben.
a. Die Schlinge ist in einem Walde aufgestellt gewesen,
(8i solutum eum in silvam dimisissem), wie denn auch Eber
nur in Wäldern gefangen werden; der Jurist nimmt hierauf
später keine Rücksicht, er braucht im Gegentheil das Wort

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