Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

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Baron,

41, 240) für die Grundlage des Besitzes erklärt? Und ist
eS nicht in der Natur der wilden Thiere begründet, daß Besitz
und Eigenthum Hand in Hand gehen, daß Beides zusammen-
steht und fällt? AuS demselben Grunde, aus welchem Luft, Meer,
fließendes Wasser, Meeresgestade res omnium communes sind,
hat das Eigenthum an wilden Thieren den Besitz zu seiner
Voraussetzung; es ist die Macht der Thatsache, welche in
beiden Rechtssätzen ihre Anerkennung gefunden hat, der That-
sache, daß, was rechtlich dem Menschen unterworfen sein soll,
auch Physisch von ihm gebändigt werden muß. Daher fällt
selbst das aus unserm Eigcnthum, waS ein wildes Thier uns
geraubt: quis denique manere nostrum dicit, quod avis
transvolans ex arca aut ex agro nostro transtulit, aut quod
nobis eripuit? (1. 44 de acq. dom. 41, 1).
Dieser Glaube, daß die jetzige römische Jurisprudenz in
vielen Fällen daS Eigenthum mit Unrecht an die Besitzergrei-
fung knüpfe, zieht sich durch das ganze Lenz'scheBuch4*). Dies
giebt mir Veranlassung, auf eine Constitution einzugehen,
welche weder Savigny noch Lenz richtig interpretirt hat
und welche von Savigny in die Lehre vom Besitz herein-
gezogen, von Germanisten42) sogar auf daS Connoffement
oder die Factur übertragen worden ist; ich meine die 1. 1
0. de don. 8, 54:
Emtionum mancipiorum instrumentis donatis et tra-
ditis, et ipsorum mancipiorum donationem et tra-

40) Denn das vivarium und die piscina sind die Custodia der
wilden Thiere und Fische; s. die ausführliche Darstellung unten in
§§. 5. 8; vorläufig vergl. I. 62 §. 1 de usufr. 7, 1: Si vivariis in-
clusae ferae in ea possessione custodiebantur...
41) Vgl. S. 73. 74 in der Note. S. 210 N. 2. S. 203 N. 1.
42) S. Thöl, Handelsrecht I tz. 80 und die dort N-15 citirten
Schriftsteller (erste Aufl.).

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