Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

Zur Lehre vom Erwerb und Verlust des Besitzes. 51
wachung (subjective Custodia) und objective Veranstaltungen
(obj. Cust.). Was die erstere ist, ist klar; von letztem aber
bemerkt Lenz: „allgemeine Regeln lassen sich darüber nicht
geben, da sich die Beschaffenheit der zu treffenden Vorkehrun-
gen nach der Verschiedenheit der Besitzobjecte selber richtet,
und danach in jedem einzelnen Fall zu bemessen wie zu bc-
urtheilen ist"^). Daß hieraus Niemand über die Art der
Sicherheitsmaßregeln sich unterrichten kann, liegt auf der
Hand; Beispiele hat Lenz nur spärlich angeführt; er meint^),
Speicher müßten verschlossen gehalten werden, und interpretirt
die Fragmente, die von der Schlüsselübergabe handeln, dahin,
daß die Schlüssel nicht etwa zum Oeffnen des Speichers
übergeben werden, nein, zum Verschließen; — Alles dies,
trotzdem es in I. 74 de contr. emt. 18, 1 heißt: etsi non
aperuerit horrea. Und sodann meint er^): das Wild
in einem Vivarium, die Fische in einer Piscina besitzen wir,
weil wir sie in künstliche Anstalten versetzt haben; An-
stalten, die der Natur ihr Dasein verdanken, genügen nicht
zum Besitzerwerb, selbst wenn wir z.B. einen Wald so
eingehegt haben, daß das Entweichen desWildes
verhindert wird. Ich gestehe, daß ich den Zusammenhang
nicht einsehe; ich kann nicht finden, weshalb eine künstliche
Anstalt eine objective Sicherheitsmaßregel sein soll, die natür-
liche hingegen nicht.
Ich betone dies um so mehr, als ich im Nachfolgenden
gleichfalls allen Besitz an Mobilien (auch an den säulenarti-
gen) auf Custodia gründen werde, und über die Gleichheit
des Wortes die Differenz in der Sache ihre rechte Schärfe

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27) S. 198.
28) ©, 199 ff.
29) S. 210 f.

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