Volltext: Band (Bd. 7 (1865))

Bemerkungen zu obiger Entgegnung. 393
Mobilien regelmäßig nicht thun, zeigt, daß die praktischen
Jnconvenienzen der mangelnden Haftung bei dieser Art von
Sachen nicht so gewichtig sind, um sie zu einem gleichen
Verfahren zu bestimmen. Daß bei Mobiliarversteigerungen
das Gebot eines Insolventen sie in die Lage versetzen kann,
die Versteigerung des betreffenden ObjectS von Neuem beginnen
zu muffen, räumen sie ein.
Dies mag nun in der Regel nicht viel auf sich haben,
allein es ist doch ein eignes Ding, daß das bloße Bieten von
Leuten, welche voraus wissen, daß sie wegen notorischer In-
solvenz den Zuschlag nicht erhalten werden, die Gebote der
solventen Bieter entkräften soll. Dies kann sich ja in einer
und derselben Auction, ja bei einem und demselben Object
mehrmals wiederholen. Vom Standpunkt des Rechts ans
liegt die Sache einfach so: wer ein Gebot thut, ohne dasselbe
durch die Resolutivbedingung: wenn nicht ein Anderer ein
besseres Gebot thue, zu beschränken, hat dasselbe unbedingt
abgegeben. Wenn man geltend macht: in keinem Gesetz stehe
geschrieben, daß er auch nach erfolgtem höheren Gebot noch
haften solle, so antworte ich: wo steht denn geschrieben, daß
wir seinem Gebot eine Resolutivbedingung hinzufügen dürfen?
Natürlich haftet er, wenn nicht das Gegentheil bestimmt, nicht
länger an sein Gebot, als der Versteigerer Zeit hat, seine
Erklärung darauf abzugeben. Wenn der letzteren aber ein um
eine Sekunde später erfolgendes höheres Gebot zuvorkömmt,
warum sollte der Versteigerer nicht erklären dürfen: dies letztere
kümmert mich nicht, ein Dritter kann mir das Recht, das
ich aus jenem Gebot einmal erhalten, nicht entziehen? Daß
die Billigkeit dagegen stritte, kann ich nicht zugeben, denn
dem Bieter, der beim Wort genommen wird, geschieht ja nur,
waö er selber wünschte und beabsichtigte. Ist man einmal

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