Volltext: Band (Bd. 7 (1865))

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v. Sche url.

man sich wohl bewußt war, die Anerkennung eines Com-
pensationsrechtS für diese naturalis obligatio würde mit der
Absicht des 86. Macedonianum nicht vereinbar sein. Denn
danach sollte der Darleiher unter keinerlei Umständen wegen
des gemißbilligten Darlehens einen Druck mtf den Empfän-
ger desselben üben können. Das wäre aber doch der Fall
gewesen, wenn er denselben hätte nöthigen können, im Falle
des nachmaligen Erwerbs einer klagbaren Forderung gegen
ihn, ihre Geltendmachung zu beschränken oder wohl ganz
darauf zu verzichten. Der Strafzweck des Gesetzes hätte dann
leicht zufälliger Weise dadurch vereitelt werden können, daß
z. B. mit einem dem vormaligen Lliuskamilias zugedachten
Vermächtniß (gleichen oder höheren Betrags mit dem Dar-
lehen) der koenerator belastet wurde. Dieser hätte dann
nichts, oder so viel weniger, als er dem filiusfamilias ge-
liehen hatte, an diesen zu entrichten gehabt, hätte ihn jeden-
falls zwingen können, von seiner Klage aus dem Vermächtniß
ganz oder doch thcilweise abzustehen. Daß von einigen sehr
späten römischen Juristen (von Ulpian in I.. 9 §. 4 de
SC. Maced., von Marcian in 4«. 40 do cond. indeb.)
der Ausschluß der condictio indebiti, und also wohl die
Annahme einer naturalis obligatio überhaupt beim Darlehen
contra SC. Macedonianum auf die Regel zurückgeführt wird:
di demum solutum non repetunt, qui ob poenam credi-
ditorum actione liberantur, non quoniam exonerare eos
lex voluit, ist gewiß nicht als ein geschichtliches Zeug-
niß anzuschen, daß zuerst diese Regel sich gebildet habe, und
dann die obligatio aus dem Darlehen contra SC. Macedo-
nianum darunter subsumirt worden sei, vielmehr ist ziemlich
sicher anzunehmen, daß man, umgekehrt, die gedachte Regel
aus der Behandlung dieser Obligation als Naturalobligation
abstrahirte. Hinsichtlich der Nichtigkeit dieser Regel, wenn

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