Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

Anspruch d. Käufers auf Cession d. VerstcherungsansprucheS. 29
wenn sich der Verkäufer keiner mora schuldig gemacht, im
Gegentheile von seiner Seite alles zur Erfüllung Nöthkge ge-
schehen, eS weniger unbillig erscheint, den Unfall dem Käufer
alS dem Verkäufer aufzubürden.
Andererseits läßt sich doch nicht verkennen, wie sehr die Quel-
len von der der Billigkeit im höchsten Grade entsprechenden Auf-
fassung ausgehen, daß beiden gegenseitigen Verträgen das Gleich-
gewicht zwischen den beiden Contrahenten möglichst erhalten wer-
den, die beiderseitigen Leistungen möglichst correspondiren sollen.
Als eine natürliche Folge hiervon ergäbe sich, daß, wenn von
einer Seite die eigentlich geschuldete Leistung unmöglich ge-
worden, sich aber in den Händen des zur Leistung Verpflich-
teten ein Aequivalent oder Ersatz befindet, er seinerseits die
ihm geschuldete Gegenleistung nur gegen Austausch des Aequi-
valents oder Surrogats in Anspruch nehmen könne.
Diese Erstreckung des ursprünglichen Anspruchs auf die
Leistung auch auf das Surrogat der geschuldeten Leistung ist
ein Gedanke, der in den Quellen in verschiedenen Anwendun-
gen ausdrückliche Anerkennung gefunden.
So bei der Eigenthumsklage, da nach I. 17 D. de R. V,
der mit der Eigen thumsklage Belangte auch den durch die Be-
schädigung der besessenen Sache ihm erworbenen Entschädi-
gungsanspruch herausgeben muß, so daß also der sein Eigen-
thum Vindicirende in der Abtretung des Entschädigungs-
anspruchs Ersatz für die durch die Beschädigung verursachte
Verkümmerung der ihm geschuldeten Leistung erhält.
Von diesem Gesichtspunkte aus ergibt sich dann auch
die Lösung einer verwandten Frage, nämlich hinsichtlich des
Anspruchs des Pfandgläubigers auf die Forderung der für
die untergegangene Sache zu zahlenden Versicherungssumme,
da die Bestimmung über die rei vindicatio wohl unbedingt,
wie Wind scheid annimmt, auf die actio hypothecaria an-

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