Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

Die römischen Naturalobligationen.

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zur ausschließlichen Aneignung von Seiten eines Einzelnen,
da wurde eben auch das als rechtlich billig anerkannt, dem
Erwerber schon beim Gegebensein dieser Erfordernisse eine ding-
liche Klage auf die Sache gegen jeden Dritten zuzugestehen.
Ebenso mußte also die wirkliche Anerkennung, daß Jeman-
den ein rechtlich billiger Anspruch auf eine fremde Hand-
lung zustehe, eben darin ihren Ausdruck finden, daß ihm eine
persönliche Klage auf diese Handlung ertheilt wurde. So
kann allerdings der Gläubiger eines filiusfamilias nicht nach
dem strengen Recht, sondern nur nach Grundsätzen der Bil-
ligkeit fordern, daß ihn der Vater befriedige, soweit derselbe
sich dazu die Mittel durch ademtio peculii verschaffen kann;
aber die wirkliche Anerkennung dieser Billigkeit sprach sich eben
in der Gewährung der actio de peculio aus. Und deshalb
wird man nicht umhin können, daraus, daß dem, welcher
einem Sklaven etwas zu kaufen gegeben hatte, nach der Frei-
lassung desselben keine Klage gegen ihn auf Zahlung des
Kaufpreises gegeben wurde, zu schließen, daß es eben zu voller,
wahrer Anerkennung der rechtlichen Billigkeit des Anspruchs
auf Zahlung des Kaufpreises gegen den Freigelassenen, wel-
chem als Sklaven und eben deswegen durch ein in Bezie-
hung auf ihn rechtsungültiges Geschäft eine Maare zu kaufen
gegeben worden, niemals bei den Römern gekommen sei. Man
muß doch immer gemeint haben, es sei kein recht billiger An-
spruch, daß der Freigelassene diese Zahlung leisten solle; sonst
würde man dem Verkäufer auch eine Klage gegen ihn ge-
geben haben; es wäre nicht abzusehen, warum man dieses
sonst nicht gethan hätte.
Vielleicht wird man mir Quellenstellen, wie Gaj. III §.
119 (ne illud quidem interest, utrum civilis an na-
turalis obligatio sit, cui fidejussor adjiciatur).
L. 2 D. de pign. 20, 1 (Res hypothecae dari posse sci-
VII. 22

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