Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

300 Hesse.
mögen folgende Belege aus älterer Zeit hier eine Stelle
finden.
Die consuetudines Mediolanenses v. I. 1216291)
gestatten Jedem auS Flüssen und Bachen zur Bewässerung
insbesondere alter, aber auch neuer Wiesen Wasser abzuleiten,
wenn solches ohne Nachtheil Dritter, namentlich der Müh-
lenbesttzer geschehen könne. Die 8tatuta civitatis Medio-
lanensis v. I. 1396 hingegen bestimmen, daß die Wiesen-
bewässerung zum Schutze der Mühlen untersagt werden darf,
außer wenn Jemand ein besonderes Recht der Wiesenbe-
wäfferung erworben hat. Von Sonnabend Abend bis Mon-
tag früh war jedoch die Wässerung allen Betheiligten gestattet.
Insofern das Recht der Mühlen nicht verletzt wird, ist jeder
Anlieger eines Flusses oder Bachs berechtigt, Wasser abzu-
leiten. — In einer Verordnung des Herzogs Philipp Maria
vom 1. Februar 1446 wird den Mailändern verboten, ohne
specielle fürstliche Erlaub niß aus Schiffskanälen, schiff-
baren oder nicht schiffbaren Flüssen und andern dem öffent-
lichen Gebrauche unmittelbar oder mittelbar dienenden Regal-
oder öffentlichen Gewässern Wasser abzuleiten, selbst nicht
auf Grund einer früheren Konzession oder unvordenklicher oder
gewöhnlicher Verjährung. Viele — wird im Eingänge ge-
sagt — berufen sich zwar darauf, daß von Rechtswegen es
Jedem gestattet sei, aus öffentlichen Flüssen Wasser zu leiten,
mit Ausnahme der schiffbaren, sowie derjenigen, welche an-
dere schiffbar machen; allein diese übersehen, daß solches nur
insofern richtig ist, als der Fürst es nicht verbietet und
das Wasser nicht der dem Privatnutzen vorgehenden öffentlichen
Wohlfahrt bient292), in welcher Hinsicht neben der Schifffahrt

291) Elvers, Themis a. a. O. S. 599.
292) L. 2 v. 43, 12.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer