Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

292

Hesse.

publico ripave ejus opus facere, ripae agrive, qui circa
ripam est, tuendi causa liceat — sowie nach dem
Inhalte deS §. 1 D. de ripa munienda27®) läßt sich viel-
leicht die Behauptung rechtfertigen, daß dem B, wenn das
Ufer des A schadhaft ist und in Folge dessen dem Ufer deS
B Nachtheil droht, A aber zum Bau nicht zu bewegen ist,
erlaubt fei, auf feine Kosten am Ufer deS A die erforderlichen
Anlagen herzustellen, insoweit sie zu seinem eigenen Schutze
nothwendig, dem Grundstücke des A unnachtheilig und vom
Wasser oder vom Grundstück des B aus möglich sind27®).
Dagegen läßt sich gemeinrechtlich eine Verpflichtung der
Ufereigenthümer zum Uferbau u. dergl. nicht begründen. Es
giebt für B kein Klagrecht gegen A auf Herstellung seines
Ufers, weil Niemand zu Gunsten eines Andern zu einer ge-
wissen Thätigkeit genöthigt werden kann; selbst die cautio d.
inf. ist nicht begründet, denn nicht das Nachbargrundstück
ist in Folge der Unthätigkeit deS Ufereigenthümers die causa
damni, sondern das Wasser, welches dieser nicht zu ver-
treten hat277).

275) „Ripas fl. pubi, reficere, munire utilissimum est. Sicuti
igitur de via pubi, reficienda interdictum propositum est, ita etiam de
ripa fl. munienda proponendum fuit.**
276) Bei Schutzdämmen gegen Regenwasser wird ja auch dem
Nachbar verstattet, solche auf dem fremden Grundstücke wiederherzu-
stellen, wenn die Herstellung dem Nachbar zum Nutzen und dem Besitzer
des Grundstücks nicht zum Schaden ist. Hesse, Rechtsverh. Bd. 1
S. 252 ff.
277) Lergl. Hesse, Rechtsverh. Bd. 1 S. 333 ff. Hiernach
ist auch die Frage, ob eine Verpflichtung, fremde Ufer zu befesti-
gen und zu erhalten, vorliege, zu entscheiden. Meist werden dann
die Grundsätze der Wasserleitungsservitut in Anwendung gebracht,
z. B. wenn ein Mühlgraben jure servitutis durch fremde Grundstücke
gelegt worden ist. Aber es ist überall in den Quellen nur von einem
Rechte des Servitutinhabers zu Reparaturen und Herstellungen

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