Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

Grundzüge des Wafferrechts nach gemeinem Rechte. 285
wird und nur Privatzwecken dient, kann nicht als öffentliche
Sache betrachtet werden, wenn es auch der Oberaufsicht der
Staatsregierung unterliegt^). Ferner ist wohl richtig, daß
der Inhaber jener Anlagen ein dingliches Recht darauf hat,
dieselben Ln bestimmter Weise zu machen und zu haben; da-
mit ist aber noch nicht entschieden, welches Recht am Ma-
terial der Anlagen selbst (Steinen, Holzwerk u. dergl.)
Statt findet, und welche Klagen bei Zerstörung, Wegnahme,
Beschädigung der Anlagen Platz greifen. Bei der superflcips
wird diese Frage dahin beantwortet, daß der Superficiar ein
dem Eigenthume nahe stehendes dingliches Recht an der Su-
perficies habe, die proprietas aber civili et nstursli Huro
dem Bodeneigenthümer zustehe. Hier waltet also das Princip
deS Bodeneigenthums, welches Alles ergreift, was unter und
über dem Boden sich befindet^). Bei öffentlichen Flüffen
und Bächen kann nach meiner Meinung dieses Princip nicht
geltend gemacht werden, sondern ein anderes tritt maßgebend
ein. Das flurnen ist publicum wegen deS nsus publicus
daran, der slveus ist publicus wegen des flurnen publicum,
was das flumen dauernd occupirt hat, muß auf die Dauer
der Occupation ebenfalls publicum sein. Von Zubehöngkeit,
von Eigenthum ist dabei nicht die Rede, sondern nur vom
usus publicus als bestimmendem Gesichtspunkte. Das Was-
serbett ist nicht in patrimonio populi, sondern alS ros pu-
blica: nullius in bonis, wie oben entwickelt worden ist. ES
hört auf, publicum zu sein, sobald das Wasser es verlassen
hat (quin populus eo non utitur). Auf der Verwechselung
dieser beiden eben angeführten Principien beruht der Aus-
257) Man denke an die Privatforsten, welche nach manchen
Gesetzgebungen sehr strenger Aufsicht der Staatsbehörden unterliegen.
258) Auch bei öffentlichem Grund und Boden l. 1 pr. v. 8, 2
und bei dem sepulcrum 1. 22 §. 4 V.43, 24.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer