Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

Grundzüge deS WasserrechtS nach gemeinem Rechte. 283
xroxrmm, welches durch ausschließlichen Gebrauch xluridus
Aum8 erworben worden, nur so lange schützen, als es in
thatsächlicher Uebung besteht, wir finden endlich die Vorschrift,
daß ein auf Verleihung beruhendes Privilegium durch Nicht-
gebrauch in 10 Jahren erlöschen fott252). AuS diesem Allen
glaube ich den Schluß ziehen zu dürfen, daß Sonderrechte
durch Nichtübung erlöschen; denn der gemeine Nutzen an dem
fließenden Gewässer ist offenbar noch höher zu stellen, als die
Freiheit des EigenthumS.

§. 16.
X. Anlagen und dauernde Vorrichtungen im Flußbett oder
am Ufer, Reinigung und Erhaltung des Wasserbetts.
A. Anlagen Behufs der Wasserbenutzung.
1) Solche Anlagen waren nach römischem Rechte wegen
deS U8U8 pulrl!eu8 der fließenden Gewässer jedem Staats-
bürger gestattet2^).
Die Fürsorge, daß nicht Anlagen errichtet und über-
haupt nicht Dinge unternommen wurden, welche den Gemein-
gebrauch hemmen oder stören mochten, war dem Volke überlas-
sen2^) ; zu dem Zwecke sind die Interdikte in lit. v. 43, 12 und
43, 13 vom Prätor aufgestellt. Wenn die Art des Wasserge-
brauchs, für welche die Anlage gemacht wird, eine beson-
dere Erlaubniß voraussetzt, darf selbstverständlich auch die
Anlage ohne solche Erlaubniß nicht begonnen werden.
Nach den Prkncipien deS modernen Staatsrechts übt

252) I«. 1 v. 5V, 11. Die Stellen des kanonischen Rechts über
Erlöschen der Zehntfreiheit passen nicht hierher.
253) I.. 2t pr. v. 39, 2. 1.1 §. i v. 43, 15. 1. 1 §. 4. 5 v.
43, 21. Dergl. oben §. 14 unter 6.
254) Unter den Kaisern aber bildete sich eine obrigkeitliche pro-
curatio locorum publicorum aus.

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