Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

Grundzüge des Wasserrechts nach gemeinem Rechte. 275
Volkes oder später gegen den Kaiser oder die kaiserlichen Be-
amten war nach der damaligen Verfassung nicht möglich,
nur Bittgesuche (preces) waren gebräuchlich228). Gegen
Dritte, welche die Ausübung des Rechts verhinderten, wurde
von den Juristen eine Klage aus dem Civilrecht (eben so auch
eine exceptio22^)) versagt; für einzelne Fälle finden wir
prätorische Interdikte zugesichert23°). Paulus spricht sich für
das Interdictum uti possidetis aus, si maris jus proprium
ad aliquem pertineat231); zumeist wird wohl eine (1. 12 pr.
D. 11, 7 u. s. w.) interpellatio extra ordinem in UebllNg
gewesen sein. Nach einer konstanten Praxis können die Sonder-
rechte mit den gewöhnlichen possessorischen, wie petitorischen
Rechtsmitteln gewahrt werden, und haben diese auch dem
Staate gegenüber Statt232).
4) Sonderrechte können nach einer konstanten Praxis auch
auf unvordenklichen Gebrauch oder Besitz gegrün-
det werden. Die Auffassung derselben unter dem Gesichts-
punkte von Privilegien, und ihre häufige Entflammung aus
Regalitätsrechten sprechen für die Begründung dieses Satzes.
Auch im römischen Rechte finden sich schon Anklänge einer
solchen Doctrin. Nach 1. 45 I). 41, 1 giebt es keine prae-
scriptio longae possessionis ad obtinenda loca juris gen-
tium publica, folglich auch keine darauf begründete civilrccht-
liche Klage oder Einrede. Dagegen soll doch nach 1. 7 v.

228) L. 24 pr. v 39, 2. Hesse. Rechtsverhältnisse Bd. 1
S. 133.
229) Eine Einrede gegen das Interdikt gnoä vi l. 3 §. 2 — 4
v. 43, 24.
230) L. 3 §. 4 v. 43, 21. 1. 1 §. 38 v. 43. 20.
231) L. 14 D. 47, 10.
232) Gerber «. a. O. §. 67.
VII. 19

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