Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

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Hesse.

aber immer noch über des Quellbesitzers Grundstück Statt ge-
funden habe. Dahin leiten mich die Worte: loco proprio
facto opere dominus fundi continere aquam — verglichen
mit 1. 1 §. 9 D, 43, 22: „coercere aquam est continere,
ne diffluat, ne dilabatur.“ Durch Verjährung kann
.eine Servitut hier nur dann erworben werden, wenn der
Berechtigte Anlagen Behufs der Leitung des Wassers auf dem
fundus serviens gemacht oder wenn er gegen die Vorenthal-
tung des Wassers durch den Eigenthümer der Quelle Ein-
spruch erhoben und dieser sich dabei beruhiget tyat142).
2) Ein.Gebrauchsrecht an einem solchen Quellenabfluß
kann erworben werden durch Gewohnheit, wenn nämlich
die Anlieger das abfließende Wasser in der Meinung, ein
Recht darauf zu haben, eine geraume Zeit hindurch in be-
stimmter Weise benutzt und gebraucht haben, so daß ein ört-
liches Gewohnheitsrecht angenommen werden darf. — Ich
entlehne diesen Satz aus 1. 7 Cod. 3, 34 de servitutibus
et aqua: „Si manifeste doceri possit, jus aquae ex
vetere more atque observatione per certa loca
profluentis utilitatem certis fundis irrigandi causa
exhibere, procurator noster, ne quid contra veterem
formam atque solemnem morem innovetur provi-
debit.“ Diese Stelle hat verschiedene Auslegungen gefunden.
Savigny"^) bringt sie in Verbindung mit 1. 4 Cod. de
aquaeductu und behauptet, es sei von Ansprüchen einzelner
Privatpersonen an eine öffentliche Wasserleitung die Rede;
das zeige der procurator noster , der bei einer confessoria
actio nichts zu thun habe, und der Ausdruck certis fundis;
es sei also eine lex fugitiva. — Diese Interpretation er-

142) Kori im Archiv Bd. 18 S. 47.
143) System des h. röm. R. Bd. 4 S. 502.

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