Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

236

Hesse.

und fügt an einer andern Stelle hinzu: „quum per se
natura agri fuerit mututa, aequo animo unumquemque
ferre debere, sive melior, sive deterior ejus conditio
facta sit“ 123). Wenn der Eigentümer des fundus palustris
aber durch Gräben, Röhren u. dergl. Vorrichtungen (opere
manufacto) das Wasser ihm zuleiten resp. in erhöhter Menge
ihm zuweisen wollte m), so läge eine aquae immissio vor,
welcher der Nachbar mit der Negatoria begegnen kann. Eben
so würde er, wenn Jener ein Werk oder eine Anlage machte,
wodurch eine schädliche Einwirkung des Sumpfes auf sein
Grundstück erzeugt oder wenigstens erhöht würde, selbst wenn
keine immisso aquae vorliegt, cautio damni infecti fordern
können ; fatfö aber durch die Anlage das Wasser, wenn
der Sumpf durch Regen anschwillt, auf sein Grundstück ge-
drängt wird, wohin es vorher nicht abgeflossen, so steht ihm
die aquae pluviae arcendae actio zu Gebotei26).
Dem Nachbar eines sumpfigen Grundstücks ist dagegen
nicht verwehrt, gegen den Uebertritt des Wassers oder gegen
die Nachtheile desselben durch Vorkehrungen auf seinem Grund
und Boden sich zu schützen. Es folgt dieser Rechtssatz von
selber aus dem Wesen des EigenthumS, in welchem das
Recht eingeschlossen liegt, das Seine gegen Gefahren von
Außen zu schützen. Nach dem römischen Klagensystem giebt
es auch keine Klage, welche der Eigenthümer des sumpfigen
Grundstücks gegen den Nachbar erheben könnte. Dieser Um-

123) L. 2 §. 6 D. 39, 3.
124) Zu einem solchen educere oder derivare aquarn auf ein
fremdes Grundstück war eine Servitut erforderlich !. 29 v. 8, 3.
I. 2 §. 10 V. 39, 3. 1. 8 §. 5 v. 8, 5 — „ex superiore in inferiora
non aquam, non quid aliud immitti licet.“
125) Vergl. §. 9 oben.
126) Vergl. §. 7 oben.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer