Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

Grundzüge des Wasserrechts nach gemeinem Rechte. 231
Andere verhindern, Wasser zu schöpfen, zu fischen, schiffen,
flößen, und hat überdieß gegen Störungen in seinem Besitze und
Gebrauche des Wassers das interdictum uti possidetism).
Auf der andern Seite ist der Eigenthümer auch für das
Wasser, welches aus seinen Behältern in das Nachbargrund-
stück eindringt, resp. dort Schaden stiftet, verantwortlich,
sofern nämlich diese stehenden Gewässer nicht von selbst sich
gebildet haben (dann wäre ein naturale loci vitium vor-
handen), sondern durch Menschenwerk gefördert und ge-
sammelt worden sind, z. B. durch Bohren und Graben eines
Brunnens, Ausmauerung einer Cisterne, Graben eines Teich-
bettes oder Aufwerfung von Dämmen. Er kann nach der
Eigenthümlichkeit des Falles entweder mit der Negatoria be-
langt, oder es kann die cautio cksmui infecti von ihm ge-
fordert werden. Die Analogie vom geleiteten Wasser bietet
hier neben den allgemeinen Grundsätzen des Nachbarrechts
genügenden Anhalt^). — Die Frage, wenn ein Teich
oder See seinen Damm durchbricht und die tiefer liegenden
Grundstücke beschädigt, ist lediglich nach den Grundsätzen der
lex Aquilia, wenn eine Fahrlässigkeit im Mittel liegt, und
der eautio damni infecti zu entscheiden. Im letzteren Falle
haftet der Eigenthümer auch ohne eine nachzuweisende Fahr-
lässigkeit, wenn nicht der schadenbringendc Durchbruch casu
fortuito, vel qua alia ratione, quae vim habet divinam,

112) Elvers a. a. O. S. 419 ist im-Jrrthum, wenn er daS
Interdikt de konts dem Quelleigenthümer gibt. Er hat die Worte
„ad i 11 o usus est“ übersehen; das Interdikt gebührt nur dem. der
eine Servitut übt.
113) L. 24 pr. §. 2 D: 39, 2. 1. 20 §. 1 v. 8, 3: „Servitus
naturaliter, non manufaclo opere, laedere potest fundum servien-
tem, quemadmodum si imbri crescat aqua in rivo, vel aquae fons
secundum rivum, vel in eo ipso inventus postea fuerit.“

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