Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

Ein Beitrag zur Lehre von der Versteigerung.

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species derselben, für die nothwendige Subhastatio» in letz-
terem durch positive Gesetzesvorschriften andere Normen zur
Geltung kommen. Nach § 38 I, 52 der allgemeinen Ge-
richtsordnung nämlich soll ,,der Meistbietende hierdurch (d. h.
durch das Bieten) kein vollständiges Recht auf den Zuschlag
erlangen, sondern eS soll .... noch immer von den Gläubi-
gern abhängen, entweder in den Zuschlag zu willigen oder
auf Verlängerung der Subhastation anzutragen." ES ergiebt
sich auS dieser Bestimmung, daß die ergehende Bekanntmach-
ung, ein Grundstück an den Meistbietenden verkaufen zu wol-
len, bei der nothwendigen Subhastation nicht als eine Offerte,
sondern nur als eine Proposition, Offerten zu machen, anzu-
sehen ist. Das Gebot ist hier die Offerte, der Zuschlag die
Acceptation derselben, und mit der letzteren erst gelangt der
Vertrag zu seiner Perfection, wie dies bereits von uns bei
der Betrachtung der Versteigerung nach römischen Rechtsgrund-
sätzen gezeigt ist. Hierin hat nun auch der § 11 der Ver-
ordnung II vom 4. Mai 1834 Nichts geändert, denn derselbe
bestimmt: „nur die im BietungStermine erschienenen Interes-
senten sind zur Erklärung über den Zuschlag aufzufordern.
Sie müssen, wenn sie demselben widersprechen wollen, dies
noch im Bietungstermine selbst thun." ES ist also hier nur
ein anderer Modus für die Hcrbeischaffung der Einwilligung
der Gläubiger geschaffen. Was nun den Meistbietenden be-
trifft, so hat derselbe daS Recht, sobald die Interessenten
seine Offerte nicht acceptiren, dieselbe zurückzunehmen, „denn
wenn bei einem Anträge wegen der Zeit zur Annahme Nichts
bestimmt ist, so muß dieselbe über einen mündlichen Antrag
sogleich, als derselbe geschehen ist, abgegeben werden 18)." Ganz
dieselben Grundsätze gelten bei der freiwilligen Subhastation,

18) I. 5 § 94. A. L.-R-

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