Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

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Hesse.

ex fonte privato; ad flamen autem publicum, Neratius
scribit, iter debere cedi, haustum non oportere; etsi
quis tantum haustum cesserit, nihil eum agi77).“ Aus diesem
Fragment entnehmen wir den Satz, daß am flumen publi-
cum das Schöpfen ein jus naturale ist, welches an der aqua
profluens als res communis Jedem von selber schon zusteht
und nicht Gegenstand des Privatvertrags sein kann, weil es
extra commercium ist. Dagegen wird von der aqua ducta
gesagt: „neque alii vicino poteris haustum ex rivo cedere;
pacto enim vel stipulatione intervenientibus et hoc con-
cedi solet.“ — An der aqua ducta kann also eine ser-
vitus haustus bestellt werden78). Der haustus ist demnach
bei der aqua ducta, wie bei dem fons privatus, kein jus
naturale extra commercium und das geleitete Wasser keine
res communis, wie die aqua profluens der flumina publica.
Zu diesen Argumenten tritt noch unterstützend die Wahr-
nehmung heran, daß die römischen Juristen den technischen
Ausdruck aqua profluens weder vom Regenwasser, noch vom
flumen privatum, noch von dem geleiteten Wasser gebrauchen.
Vom Regenwasser sagen ste meist aqua fluens, decurrens,
aqua pluvia; nur in I. 1 §. 20 und 22 D. 39, 3 gebrau-
chen sie der Abwechselung halber einige Male den Ausdruck
aqua natura profluens, jedoch gerade da, wo vom Regen-
wasser überhaupt, nicht insonderheit von einem flumen die
Rede ist, wo also vom Schöpfen, Trinken u. s. n>. nicht
die Rede sein kann, und lediglich in der Bedeutung von
aqua naturaliter decurrens. Fragen wir endlich, warum
die römischen Juristen nur die aqua profluens für res

77) I. 3 §. 3 v. 8, 3. Vgl. damit I. 9 ibid. u. 1. 17 §. 4
1). 39, 3.
78) 1. 33 §. 1. I. 9 v. 8, 3. 1. 8 §. 2 D. 39, 3.

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