Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

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Hesse,

andere schiffbar machen. Auch aus diesem Grunde sind die
Bäche zu den flum. publ. des römischen Rechts zu zählen.
Für diese Behauptung dürfte endlich noch ein Beweis auS
Rrontinus, De aquaeductibus c. 9 unb Cicero, Orat.
contra Rullum III. c. 2 — „ego Tusculanis pro aqua
Crabra vectigal pendam, quia mancipio fundum accepi“
—- entlehnt werden können.
Daß dieses Gewässer (jetzt Marrana oder Marranella
genannt) nichts weiter war als ein starker Bach, darauf
deutet die Bezeichnung aqua Crabra, welcher sowohl Cicero,
als auch Frontinus sich bedienen, und die unten bemerkte
Art der Wasservertheilung hin3*). Es wurde aber doch als
öffentliches Gewässer behandelt; dafür spricht theils die Be-
merkung des Frontinus: „sed non eadem moderatione
aquarii nostri partem potiorem ejus semper in Supple-
mentum Juliae vindicaverunt“ — ein solch Gebühren wür-
de bei einem Privatgewässer weder die aquari! versucht,
noch die Eigenthümer sich haben gefallen lassen — theils die
weitere Beschreibung: „ea namque est, quam omnes villae
tractus ejus (Tusculani) per vicem in dies modulosque
certos dispensatam accipiunt.“ Diese Wasserver-
theilung scheint von der Tusculanischen Behörde bewirkt wor-
den zu sein und wurde dafür ein WasserzinS entrichtet, der
zu öffentlichen Zwecken, wahrscheinlich auch zur Reinigung
des Baches, welche bisweilen in Accord gegeben zu werden
pstegte („qui flumina retanda publice redemta habent35))“
verwendet wurde. Frontinus erwähnt ferner in Kap. 125
ein ErpropriationSgesetz — daS älteste meines Wissens —;
hiernach sollen alle Privateigenthümer in der Nähe von öffent-

34) Vgl. korcellini, Lexicon v. Crabra.
35) Gellius, Noct. att. 11, 17.

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