Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

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Hesse.

possunt. Ceterum sunt quaedam, quae, etsi perennes
sunt, duci tamen non possunt, utputa puteales, et quae
ita submersae sunt, ut defluere extra terram et
usui esse non possint.“ L. 1 §. 6. D. 43, 20. 1.
unie. §. 4. D. 34, 22. — Es macht sodann keinen Un-
terschied, ob das Humen perenne klein oder groß ist,
Strom, Fluß oder Bach genannt wird; fast alle Lumina pe-
rennia find auch publica20). Wenn Ulpian in 1. 1 §. 1.
D. 43, 12 bemerkt: flumen a rivo magnitudine discer-
nendum est aut existimatione circumcolentium, so erken-
nen wir schon aus den Kriterien, die er hier aufstellt, daß
es fich nicht um eine juristische Definition mit juristischen
Konsequenzen handelt, sondern um eine im gewöhnlichen Leben
vorkommende Eintheilung, die aber keinen juristischen Belang
hat. Für diese Auffassung spricht auch der Umstand, daß
rivus im juristisch - technischen Sinne stets nur ein künst-
liches Wasser gerinne bedeutet. Ulpian selbst definirt
rivus als locus per longitudinem depressus, quo aqua
decurrat (1. 1 §. 2 D. 43, 21); damit stimmt auch die
Bedeutung des abgeleiteten Wortes male» (1. l §. 2b D. 43,
20. Gellius, 14, 1) überein, und über allen Zweifel erhebt
uns endlich Festus, welcher das Wort rivus so erklärt: „rivus
Vulßsv appellatur tenuis aquae fluor, non specu incilio-
que factus, verum naturali suo impetu. Sed (im juristischen
Sinne) ii rivi dicuntur, qui manu facti sunt" —. Auch
bei den klassischen Schriftstellern kommt rivus meist in der
letzteren Bedeutung, selten nur in der Bedeutung von „Bach"
vor^). Hiernach läßt sich nicht wohl annehmen, daß Ulpian
20) Von den geringen Ausnahmen in §. 11 unten.
21) Vgl. Forcellini, Lex. lat. voce rivus. Hier paßt, was Ul-
pian einmal von der Eintheilung der Wasserleitung in quotidiana
und aestiva sagt: „usu differt, non jure.“

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