Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

Grundzüge des Wasserrechts nach gemeinem Rechte. 183
können aber auch in Niemandes Eigenthum sich befinden, und
wird in dieser Beziehung auch das Meer und daS Meeres-
ufer publicum genannt^). In diesem Sinne wird publicum
auch bei Lumen gebraucht. L. 24 pr. D. 39, 2: „Flumi-
num publicorum communis est usus, sicuti viarum
publicarum et litotum.“ L. 5 v. 1, 8: „Riparum usus
publicus est jure gentium, sicut ipsius fluminis.“
L. 30 §. 1 D. 41, 1: „quum exsiccatus esset alveus,
proximorum fit, quia jam populus eo non utitur.“
Daß die römischen Juristen ein wirkliches Eigenthum deS
Volkes oder des Staates an den öffentlichen Flüssen nicht
angenommen haben, ergiebt sich daraus, daß sie nir-
gends von einem patrimonium populi 7 8) an den Flüssen
sprechen, überhaupt die Eigenthumsfrage nie berühren, son-
dern immer den usus populi, usus publicus betonen. Man
könnte hiergegen mittelst Schlußfolgerung aus 1. 3 v. 43, 8:
litora, in quae Populus Romanus imperium habet, po-
puli Romani esse, arbitror“ oder 1. 1 pr. D. 43, 1: quae
sunt nullius, haec sunt: — quae sunt alicujus, haec
sunt aut publica aut singulorum; publica, de locis pu-
blicis, de viis, deque fluminibus publicis — einen Ein-
wand erheben. In der ersten Stelle soll aber offenbar nur
ausgesprochen werden, daß, während die Meeresküsten sonst
zu den res communes omnium gehören, sie durch das im-
perium des römischen Volkes publica werden, also im Ge-
brauch des Volkes und unter der Gesetzgebung desselben stehen.

7) I. 10 v. 1, 8. 1. 14 pr. D. 41, 1.
8) Diese Anschauung war überhaupt den Römern fremd. Was
zur allgemeinen Benutzung bestimmt war, gehörte nach ihrer Auf-
fassung Allen (Universitatis esse creäitur), ohne daß sie die Gefammt-
heit als bestimmte ideale oder juristische Person auffaßten. Vgl. L
i §. 22. D. 41. 2. Rechtster. B. X S. 235.

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