Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

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R. Jhering,

in personam incertam, sondern die Erklärung der Ge-
neigtheit, eine Sache zu verkaufen, und die Aufforderung
an Kauflustige, Gebote zu thun.
2. DaS Gebot ist keine bloße Offerte, kein bloßer Ver-
tragsvorschlag, sondern es ist ein einseitiger Kauf-
kontract im römischen Sinn, d. h. eine emtio ohne
venditio, eine emtio, si volueris7), in heutiger Sprache:
ein pactum de emendo; der Käufer ist gebunden, der
Verkäufer nicht.
3. Der Versteigerer kann zwischen den mehreren Geboten
wählen; das höhere Gebot hebt die Wirksamkeit des
früheren nicht auf.
4. Die Wahl und damit der Abschluß des Vertrages als
eineö zweiseitigen, als emtio venditio, erfolgt mit dem
Zuschlag. Mit diesem Moment geht die Gefahr auf
den Käufer über, vorher nicht.
7) Bei der vorliegenden Veranlassung würde es mich zu weit
führen, auf diese römische Auffassung weiter einzugehen, s. darüber
Brandts in derZeitschr. für Civilrecht und Proceß Bd.7 S. 138ff.
(183t), Dernburg, Compensation S. 70 ff.

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